Aleksander Dragovic "im siebenten Himmel"

5. November 2015, 17:43
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ÖFB-Teamverteidiger trifft in der Champions League gleich zweimal, freut sich aber nur über sein zweites Tor. David Alaba netzt ebenfalls, gestattet sich aber desgleichen nicht die totale Zufriedenheit

London/München – Teamverteidiger Aleksander Dragovic lässt seit geraumer Zeit Briefe schreiben – an alle möglichen Adressaten, darunter auch der STANDARD. Die "Post aus Kiew" war am Donnerstag sehr lesenswert, hat doch der Adressant abends zuvor das zur Champions League zählende Treffen zwischen Chelsea und Dynamo Kiew nach Kräften mitgestaltet. Dragovic brachte die Londoner an der Stamford Bridge in Führung und bügelte die Sache durch das Ausgleichstor aus. Leider spielte auch ein Brasilianer namens Willian mit, der Chelsea doch noch den Heimsieg besorgte und seinen Coach José Mourinho wohl vorerst im Amt hielt.

Dragovic auszugsweise zum Eigentor: "Am liebsten wäre ich vor Enttäuschung im Boden versunken, ein Eigentor ist immer bitter, an der Stamford Bridge und im Rahmen der Champions League aber wohl besonders. Tröstende Worte machen da kaum Sinn, es bleibt auch keine Zeit so etwas zu verdauen, du kannst dir nur den Mund abwischen und musst konzentriert weitermachen."

Zum Ausgleich, seinem ersten Bewerbstor: "Ich habe innerhalb des Strafraums mit rechts abgezogen und war anschließend im siebenten Himmel. Das Gefühl, den Fans auf Knien jubelnd entgegenzurutschen war sensationell."

Zum Ausgang: "Wir hätten uns zumindest einen Punkt verdient."

Zu den Aussichten: "Im Fußball kann immer alles passieren. Unser Minimalziel war und bleibt, europäisch zu überwintern, diesbezüglich sind wir auf einem guten Weg."

Und zu den kommenden Aufgaben: "Wir treffen am Sonntag in der Liga auf Aufsteiger Stal Dniprodserschynsk. Anschließend geht es heim nach Wien und weiter zum Teamtrainingslager nach Alicante."

Dort trifft er David Alaba, der selten Briefe schreibt. Dabei hätte der Jungstar des FC Bayern nach seiner Gala beim 5:1 gegen Arsenal, nach seinem Tor zum 3:0, nach seiner Vorlage zum 4:0 durch Arjen Robben, ganze Bücher füllen können. Auch sein Statement fiel gewohnt dürr aus: "Ich habe den Ball gut getroffen, und er ist reingegangen. Ich denke, dass wir sie gut kontrolliert haben. Speziell in der ersten Hälfte haben wir sehr wenig zugelassen. Aber es geht noch weiter. Es gibt noch viele Ziele, die wir erreichen wollen." Damit liegt er ganz auf Linie mit seinen Chefs Pep Guardiola und Matthias Sammer, die wohl unter dem Eindruck der Schwäche der Londoner den Ball flachhielten. "Wir haben uns verbessert, aber es ist erst November. Noch haben wir nichts erreicht. Wir sind noch nicht perfekt, aber wir steigern uns Schritt für Schritt", sagte der Coach. "Superlative sind nicht angebracht. Wir stehen erst am Anfang des Rennens", sagte der Sportvorstand. (sid, lü, 5.11.2015)

  • Dragovic hat in der Champions League erstmals getroffen – für sein und das gegnerische Team.
    foto: epa/andy rain

    Dragovic hat in der Champions League erstmals getroffen – für sein und das gegnerische Team.

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