Pfeiffer spaltet Teile ab und verkauft sie an Coop

5. November 2015, 17:05
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Pfeiffer-Großhandel an Tochter des Schweizer Coop-Gruppe veräußert, Joint-Venture beim Zentraleinkauf – Fokus auf Unimarkt, Zielpunkt und Nah&Frisch

Traun – Der Schweizer Handelsriese Coop hat in Österreich den Fuß in der Tür. Angelpunkt ist die oberösterreichische Handelskette Pfeiffer. Der Pfeiffer-Konzern, der erst 2014 die Zielpunkt-Kette erworben hat, spaltet Teile ab und nimmt sich die Schweizer auch als Partner herein. Der Pfeiffer-Großhandel geht an die Coop. Coop wird zudem zur Hälfte am Zentraleinkauf beteiligt.

Die Pfeiffer Handelsgruppe mit Sitz in Traun hat sich damit neu aufgestellt, hieß es am Donnerstag vor Journalisten. So übernimmt Transgourmet, eine Tochter der Schweizer Coop-Gruppe, den Großhandelsbetrieb C+C Pfeiffer.

Weiters bilden Pfeiffer und Transgourmet ein 50/50-Joint-Venture im Zentraleinkauf. Das Einkaufsvolumen betrug 2014 rund eine Mrd. Euro. Der Fokus liege künftig im noch verbliebenen Einzelhandel, erklärte Aufsichtsratschef Georg Pfeiffer in einer Pressekonferenz.

Für Mitarbeiter "alles gleich"

Bereits am Montag wurden die Verträge über den 100-prozentigen Verkauf von C+C Pfeiffer, der noch der Zustimmung der Kartellbehörden bedarf, unterzeichnet. 1.400 der insgesamt 6.700 Beschäftigten sind dort beschäftigt. Die Tochter machte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 470 Mio. Euro.

Mit dem Verkauf an Transgourmet ändere sich für die Angestellten jedoch nichts, versicherte Coop-Verwaltungsratspräsident Hansueli Loosli, der am Donnerstag an der Pressekonferenz in Linz teilnahm. C+C Pfeiffer werde in der "bestehenden Form weitergeführt".

Einstieg in Großhandel

Der Coop-Tochter Transgourmet sei es mit der Übernahme gelungen, nach Deutschland, Frankreich, Polen, Rumänien und Russland auch in Österreich Fuß zu fassen und in den Gastronomie-Großhandel einzusteigen, erklärte Loosli. Das Unternehmen ist das zweitgrößte im europäischen Belieferungs- und Abholgroßhandel. 2014 beschäftigte es 22.800 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Nettoerlös von sieben Mrd. Schweizer Franken. Pfeiffer sieht in dem Verkauf die logische Fortführung der Expansion seiner Großhandelsgruppe. In Österreich zum Marktführer im Gastrobereich aufgestiegen, sei jetzt eine "optimale Anbindung an die internationalen Beschaffungsmärkte möglich", erklärte er.

Vom ebenfalls mit den Schweizern abgeschlossenen Joint-Venture am Top-Team-Zentraleinkauf verspricht sich Pfeiffer eine Stärkung des Einzelhandels. Vor allem im Convenience-Bereich, mit dem Coop punktet, erwarte er sich eine Aufwertung der Zielpunkt-Standorte in den städtischen Gebieten.

Die noch verbliebene Einzelhandelsdivision, zu der Unimarkt, Nah&Frisch und Zielpunkt gehören, wurden in eine neue Firma überführt, an der auch die langjährigen Holding-Geschäftsführer Erich Schönleitner und Markus Böhm nächstes Jahr Anteile erhalten sollen.

Erst 2014 Jahr hatte Pfeiffer die Zielpunkt-Kette übernommen. Seitdem hieß es, dass dies eine Nummer zu groß gewesen sei. Dies wurde auf der Pressekonferenz ebenso dementiert wie die Annahme, dass die Zielpunkt-Übernahme Grund für den Verkauf von C+C Pfeiffer gewesen sei.

Der Verkaufserlös – über die Summe wurde Stillschweigen vereinbart – wird unter anderem auch für die Modernisierung der Zielpunktmärkte verwendet. Auch der Onlinehandel soll forciert werden.

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