Literaturtage St. Veit an der Glan: Fremde Nähe, nahe Fremde

5. November 2015, 17:03
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Große Poesie, sprachliche Reisebewegungen und vielschichtiges Programm mit Esther Kinsky, Raoul Schrott und Christoph W. Bauer

St. Veit – Die Schriftstellerei ist immer eine Reise, und als Beruf betrieben, ist sie das in mehrfacher Hinsicht: In Zügen muss man sich die zum Herumziehen verdammten Dichter vorstellen.

In den kommenden Tagen kann man in den richtigen Zügen möglicherweise drei der Besseren antreffen. Das Ziel sei verraten, die Dichtenden auch: Die Gleise führen Raoul Schrott und Esther Kinsky nach St. Veit an der Glan, wo sie bei den Literaturtagen lesen.

Und auch Christoph W. Bauer beschwört in seinen Gedichten Zugzeiten herauf: "mir selbst überlassen in einem waggon / der austrian federal railways / fahre ich durch den wilden westen / meiner flegeljahre wenig hat sich / geändert ..."

Der in Kärnten geborene Tiroler liest in dem schmucken, irgendwie zur Stadt erhobenen Ort (Sonntag, 11.00) sein Weiterschreiben vorgegebener Traditionen und wird dabei von Oliver Welter musikalisch begleitet. Bauers Poesie passt zum Motto der St. Veiter Literaturtage ("Fremde Nähe, nahe Fremde") und zur hier bemühten Reisemetapher: Von François Villon angestachelt, vagabundiert die Lyrik seines Gedichtbandes stromern durch ehemals und heute, Paris und Kärnten. Moderieren wird die Veranstaltung Wilhelm Huber.

Ebenfalls im Austausch mit der Vergangenheit steht Raoul Schrotts Schaffen. Schrott eröffnet die Literaturtage am Freitagabend mit einer Lesung aus seinem vielschichtigen Werk. Einleiten wird Klaus Amann, der samstags auch Esther Kinsky vorstellt, deren Romane von Reisen nach Ungarn, Rumänien und Serbien erzählen. (Florian Kutej, 5.11.2015)

6. 11., 19.30, Raoul Schrott, 7. 11., 19.30, Esther Kinsky, 8. 11., 11.00, Christoph W. Bauer (musikalisch begleitet von Oliver Welter).

Alle Veranstaltungen finden im Rathaushof statt.

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Literaturtage St. Veit

  • Raoul Schrott liest über das Unbekannte im Bekannten und das Nahe im Fernen.
    foto: christian fischer

    Raoul Schrott liest über das Unbekannte im Bekannten und das Nahe im Fernen.

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