Russland sieht Bombenversion als Druckmittel

6. November 2015, 09:35
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Bezeichnet Meldungen über angeblichen Anschlag als "Spekulation"

Moskau – Russland wird den Flughafen Sharm el-Sheikh weiterhin anfliegen. Laut Kremlsprecher Dmitri Peskow plant Moskau derzeit keine Einschränkungen im Flugverkehr mit Ägypten. Zwar sei nicht auszuschließen, dass der Absturz der russischen Chartermaschine am Wochenende mit 224 Personen an Bord auf einen Terroranschlag zurückzuführen sei, "doch von den Ermittlungsbehörden haben wir bislang keine Erklärungen gehört", daher seien alle Meldungen über angebliche Bombenanschläge nichts weiter als "Spekulation", betonte Peskow. Das russische Verkehrsministerium bestätigte zugleich den Erhalt erster Daten aus den Flugschreiberaufzeichnungen.

Der Flugverkehr werde erst dann eingestellt, "wenn es dafür eine ausreichende Begründung gibt, nicht vorher", erklärte auch der Leiter des Außenausschusses der Duma, Konstantin Kossatschow. Die Entscheidung Großbritanniens, Flüge auf die ägyptische Halbinsel einzustellen, bezeichnete er als psychologisches Druckmittel, um Russlands Handeln in Syrien infrage zu stellen. "Wie fürchterlich es auch klingt, in der Welt gibt es genügend Leute, die diese Katastrophe gern – ohne irgendeinen Beleg – als Antwort der Jihadisten an Russland verbuchen würden", sagte er.

Fahrgestell am Mittwoch gebrochen

Im St. Petersburger Flughafen Pulkowo bekam am Mittwoch sogar eine Maschine der Unglücksfluglinie Kogalymavia Starterlaubnis Richtung Sharm el-Sheikh. Allerdings brach während der Abschleppphase vor dem Abflug das Fahrgestell des Flugzeugs. Wegen des Flugzeugwechsels mussten die Passagiere zehn Stunden in der Wartehalle verbringen. Airline und Flughafen machen sich gegenseitig für die neue Panne verantwortlich. (ab, 5.11.2015)

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