Wlaschek-Imperium hält Milliarden zusammen

5. November 2015, 12:05
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Das Wlaschek-Immobilien-Imperium hält die Milliarden beisammen. 132 Millionen Euro Mieteinnahmen flossen im Vorjahr

Wien – Die Stiftung des im Mai verstorbenen Milliardärs und Billa-Gründers Karl Wlaschek verwaltet ein Immobilienportfolio im Wert von mehr als zwei Mrd. Euro. Das Imperium setzte zuletzt eher auf Sanierungen als auf Zukäufe.

Wlascheks Lebenswerk, das rund 250 Objekte mehrheitlich in Wiener City-Lagen umfasst, lukrierte 2014 Mieteinnahmen von 132,1 Mio. Euro (2013: 131,8 Mio. Euro ), wie das "WirtschaftBlatt" (Donnerstag) unter Bezug auf die Jahresabschlüsse der drei Gesellschaften Amisola, Estrella und Novoreal beim Firmenbuch schreibt, die vorigen Donnerstag im "Amtsblatt" der "Wiener Zeitung" publiziert wurden. Leicht gestiegen seien die Buchwerte der Immobilien. Das Anlagevermögen der drei Firmen sprang mit 2,067 Milliarden erstmals über die Zwei-Milliarden-Schwelle (2013: 1,997 Mrd. Euro).

Überschuss von 28 Millionen Euro

Der von den drei Gesellschaften erwirtschaftete Jahresüberschuss legte von 23,4 auf 28,7 Mio. Euro zu. Ausschüttungen gibt es daraus nicht. Denn die Karl-Wlaschek-Privatstiftung schreibt in ihren Statuten den Erhalt des historischen Erbes von Wien fest. Daher seien die Jahresgewinne von Amisola, Estrella und Novoreal 2014 auf neue Rechnung vorgetragen worden.

Im heurigen ersten Halbjahr wurden nur zwei Altbauhäuser in der Wiener Innenstadt und ein Neubauobjekt in Wien Landstraße erworben. Verkauft wurde ein Wohnungseigentumsanteil in der Linzer Innenstadt. Immobilienverkäufe sind für die Stiftung zwar nicht ausdrücklich verboten. Sollte das aber sein, "sind die Verkaufserlöse binnen drei Jahren wieder in Immobilien anzulegen", besagen die Statuten.

Auch in Zukunft seien keine großen Zukäufe vorgesehen: "Wir bleiben weiterhin zurückhaltend in unserer Investitionspolitik, bei der wir uns auf Immobilieninvestments mit langfristiger Wertsteigerung beziehungsweise auf die Absicherung unserer Erträge durch Maßnahmen der Instandhaltung konzentriert haben", heißt es in den Lageberichten von Amisola, Estrella und Novoreal einstimmig. Insgesamt flossen bei den drei Firmen in Instandhaltung und Instandsetzung im Vorjahr 75,4 Mio. Euro. Heuer sollen es 100 Millionen sein. (APA, 5.11.2015)

  • Karl Wlaschek ist am 31. Mai des heurigen Jahres gestorben.
    foto: ap / zak

    Karl Wlaschek ist am 31. Mai des heurigen Jahres gestorben.

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