Österreichische Manufaktur Habring² holt "Uhren-Oscar"

5. November 2015, 16:04
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Auf dem "Grand Prix d´Horlogerie de Genève" (GPHG) werden jährlich die Uhren-Oscars vergeben. Bereits zum dritten Mal konnte eine Uhr aus Österreich punkten

Im vergangenen Jahr hat die kleine aber sehr feine Uhrenmanufaktur Habring2 mit Sitz in Völkermarkt ihr zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Aus diesem Anlass gab's etwas ganz Besonderes: Ein eigenes Uhrwerk made in Austria, das die Gründer der Uhrenwerkstätte, Maria und Richard Habring, stolz der Welt präsentierten.

Getauft wurde es A11 ("A" für "Austria" und "11" für den Beginn der Entwicklung im Jahr 2011). Es ist das erste vollständig in Österreich entwickelte, überwiegend produzierte und montierte Werk.

foto: habring2
Made in Austria: "Felix" von Habring2. Zu haben für 4.450 Euro.

Während ähnlich strukturierte kleine Marken gerne auf industriell gefertigte Basiswerke älteren oder neueren Datums zurückgreifen und die Räderwerke mittels eigens produzierter Brücken neu einkleiden, ist das Handaufzugswerk A11 eine gänzliche Neukonstruktion in allen Teilen, produziert in kleinen Stückzahlen von der Habring Uhrentechnik OG und einigen kleinen Partnerunternehmen in Österreich, der Schweiz und Deutschland. Allesamt vereint dabei die Firmenstruktur: kleine Familienunternehmen.

foto: habring2
Das Handaufzugswerk A11

Sukzessive ersetzte A11 das bisher von den Habrings in allen ihren Uhren eingesetzte Räderwerk des Valjoux/ETA 7750/7760 und adelte alle Habring² Zeitmesser ab Herbst mit dem Prädikat "Manufaktur". Durch A11 erhält dieser Begriff jedoch eine neue Dimension innerhalb der Uhrenbranche, denn zukünftig stecken in den mit diesem Werk ausgestatteten Uhren nicht nur die Handarbeit der selektiven Kleinserienmontage, sondern auch individuell hergestellte Einzelteile.

foto: habring2
Hier wird das Werk zusammengebaut

Manuell zusammengebaute Anker, manuell abgezählte und gebogene Unruhspiralen, manuell zusammengebaute Rad-/Trieb-Kombinationen sind nur einige Beispiele, welche die Uhren der Habring²-Manufaktur von denen der bekannten "Industrie-Manufakturen" unterscheiden.

foto: habring2
Einzelne Komponenten des Werks

Eingebaut wurde es in "Felix", dem Einstiegsmodell der Kärntner Marke. Der Zeitmesser konzentriert sich auf das Wesentliche. So verzichtet er auf das bisher bekannte verschraubte Gehäuse und ist daher erheblich schlanker als andere Uhren der Marke. Das Edelstahlgehäuse hat einen Durchmesser von 38,5 Millimeter und eine schlanke Bauhöhe von sieben Millimeter.

foto: habring2

Das Zifferblatt ist fein gekörnt und silberweiß, darauf bewegen sich dezente, schwarz oxidierte Stahlzeiger in Fadenform. Zwei Zifferblattvarianten stehen zur Auswahl: entweder mit arabischer oder römischer "12", auf Wunsch auch ohne die charakteristische Sekunde bei 9 Uhr.

foto: habring2/point-of-views.ch
Maria und Richard Habring nach der Preisverleihung

Letztere hat dem Kärntner Kleinstbetrieb (vierMitarbeiter, rund 150 Uhren pro Jahr) heuer den Preis "Petite Aiguille" ("kleiner Zeiger") beim alljährlich stattfindenden "Grand Prix d´Horlogerie de Genève" (GPHG) eingebracht. Eine Fachjury befand "Felix" sei die beste in in der Kategorie der günstigen Uhren unter 8.000 Schweizer Franken (rund 7.390 Euro). Es ist bereits der dritte "Uhren-Oscar" für Habring2. (Markus Böhm, 5.11.2015)

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