Forscher: Vorzeitiger Samenerguss keine sexuelle Funktionsstörung

4. November 2015, 17:51
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Vincenzo Puppo plädiert für Kennenlernen des eigenen Körpers anstelle von Medikamenten

Florenz – Wenn es nach dem italienischen Mediziner und Sexologen Vincenzo Puppo geht, ist die Verwendung von Medikamenten gegen vorzeitigen Samenerguss der falsche Weg. Von denen es übrigens eine recht große Bandbreite gibt: Etwa Salben oder Sprays, die als lokale Betäubungsmittel wirken – aber auch Tabletten, die den Wirkstoff Dapoxetin enthalten, sowie eine Reihe von Medikamenten wie Psychopharmaka, die zwar nicht für diesen Zweck zugelassen sind, aber eine entsprechende Nebenwirkung entfalten.

Nichts davon hält Puppo für notwendig, wobei es der Forscher von der Universität Florenz von der grundlegenden Seite angeht: In seiner jüngsten in "Clinical Anatomy" veröffentlichten Arbeit stellt Puppo die Frage, ob es sich bei vorzeitigem Samenerguss nicht einfach um eine "konstruierte Krankheit" handle, deren Behandlung Pharmafirmen Millionen einbringt.

Keine Krankheit

Puppo findet, dass eigentlich nicht von einer sexuellen Dysfunktion gesprochen werden dürfe: "Es ist wichtig, dass Männer verstehen, dass bei vorzeitigem Samenerguss die Physiologie von Ejakulation und Orgasmus nicht beeinträchtigt ist, und dass dieser bei heranwachsenden Männern besonders während ihrer ersten Sexualkontakte normal ist."

Wenn die vorzeitige Ejakulation als belastend empfunden werden sollte, plädiert Puppo schlicht und einfach für Training: "Teenager und Männer können ihre sexuellen Reaktionen während der Masturbation verstehen und die Kontrolle über die Ejakulation erlernen." (red, 4. 11. 2015)

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