Preisabsprachen: Eine Million Euro Strafe für Samsung

4. November 2015, 15:45
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Händler in Österreich wurden aufgefordert, Verkaufspreise im Internet anzuheben

Wien – Der Elektronikkonzern Samsung muss wegen illegaler Preisabsprachen in Österreich eine Kartellstrafe von 1,05 Millionen Euro zahlen. Das Kartellgericht habe am 9. September gegen die Samsung Electronic Austria GmbH ein Bußgeld verhängt, teilte die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) am Mittwoch mit. Es geht unter anderem um Fernseher, Notebooks, Tablets und Bildschirme.

Wie die BWB erklärt, betrafen die wettbewerbswidrigen Verhaltensweisen vertikale Abstimmungsmaßnahmen mit österreichischen Wiederverkäufern. Samsung habe zwischen April 2009 und Mai 2014 die Preise abgesprochen. Teilweise seien die Händler aufgefordert worden, die Online-Verkaufspreise zu erhöhen. Neben Unterhaltungselektronik waren auch Kühlschränke, Waschmaschinen und Staubsaugerroboter betroffen. Die Entscheidung ist rechtskräftig.

Samsung habe mit den Behörden kooperiert und bereits vor den Ermittlungen Maßnahmen gesetzt, um künftige Verstöße hintanzuhalten. Das habe sich bei der Berechnung der Strafhöhe mildernd ausgewirkt, so die BWB.

Zuletzt 30 Millionen Euro Strafe für Spar

Kartellstrafen in Millionenhöhe sind in Österreich eher selten, zuletzt fasste der Kamerahersteller Nikon wegen ähnlicher Vergehen eine Geldbuße von 170.000 Euro aus. Den Rekord der höchsten Geldstrafe hält seit Freitag der Lebensmittelhändler Spar, der wegen Preisabsprachen bei Milch, Käse und Co. vom Höchstgericht zu einer Strafe von 30 Millionen Euro verdonnert wurde.

Die BWB hat den Elektronikhandel im Internet seit einiger Zeit im Visier. Bisher wurden aus der Branche sieben Unternehmen verurteilt. Zusammen machen die Geldbußen über 6,2 Mio. Euro aus. Die Elektrohandelskette MediaSaturn musste 1,23 Millionen Euro zahlen, Philips wurde 2013 zu 2,9 Millionen Euro verurteilt. (APA, 4.11.2015)

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