Warum Kängurus weniger Methan ausstoßen als Rinder

7. November 2015, 13:55
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Schweizer Forscher suchten nach vermeintlich einzigartiger Darmflora, fanden die Antwort jedoch im Tempo der Verdauung

Zürich/Wollongong – Vor Jahren noch belächelt, wird inzwischen ernsthaft darüber diskutiert, ob wiederkäuende Nutztiere wie Rinder oder Schafe in ihrer Gesamtheit ihr Scherflein zum weltweiten Treibhausgasanstieg beitragen. Wenn die massenhaft gehaltenen Tiere ihre Nahrung verdauen, entsteht bei der Pflanzenzersetzung im Vormagen Methan, das aus Millionen Mäulern in die Atmosphäre gerülpst wird. Rund 20 Prozent der weltweiten Methangasemissionen stammen heute von Wiederkäuern, rechnet die Universität Zürich vor.

In der jüngsten Ausgabe des US-Wissenschaftsmagazins "Journal of Experimental Biology" ist nun eine Studie erschienen, die Rinder mit einem großen Pflanzenfresser aus einer anderen Entwicklungslinie vergleicht: Riesenkängurus. Wie Wiederkäuer besitzen auch Kängurus einen Vormagen, und auch dort entsteht Methan. Allerdings stoßen die Kängurus – gemessen an der Körpergröße – deutlich weniger davon aus als Kühe und Schafe.

Bisher hat man angenommen, dass eine andere und möglicherweise einzigartige Darmflora der Grund dafür sei. Nun berichten Forscher der Universität und der ETH Zürich sowie der australischen Universität Wollongong jedoch, dass sie einen anderen Grund gefunden hätten: Kängurus verdauen offenbar schneller als Kühe, die Pflanzennahrung ist also weniger lange den zersetzenden Bakterien ausgesetzt. In Relation zur ihrer Körpergröße produzieren Kängurus laut den Forschern etwa so viel Methan wie Pferde. (APA, red, 7. 11. 2015)

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