Tagung: Wie Österreich vor Cyberangriffen und Blackouts geschützt wird

4. November 2015, 11:34
3 Postings

Wissenschafter stellen Projekte zur Abwehr von Cyberangriffen, Kommunikation bei Katastrophen-Einsätzen oder zur Überbrückung von Stromausfällen vor

Die zunehmende digitale Vernetzung von Institutionen, Unternehmen oder Regierungseinrichtungen bedeutet eine höhere Anfälligkeit für Störaktionen. Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, wurde 2005 das nationale Kiras-Sicherheitsforschungsprogramm ins Leben gerufen. Im Rahmen einer Fachtagung am Donnerstag in Wien, werden nun 24 Projekte daraus vorgestellt.

Im Fokus der Projekte stehen Cyberangriffe ebenso wie die bessere Vernetzung von ehrenamtlichen Helfern bei Noteinsätzen wie der Flüchtlingshilfe, die Erzeugung von elektrischer Energie im Notfall oder die mobile Videoüberwachung, heißt es in einer Aussendung des Infrastrukturministeriums.

Kommunikation im Krisenfall

So handelt es sich bei "Re:Acta" etwa um die Entwicklung neuer Kommunikationswerkzeuge für das "Team Österreich", ein gemeinsames Projekt des Radiosenders "Ö3" und des Österreichischen Roten Kreuzes, aber auch für andere Hilfs- und Einsatzorganisationen. Dabei werden Hilfskräfte der Rettungsorganisation im Krisen- und Katastrophenfall mit zusätzlichen freiwilligen Helfern verknüpft, die zeitlich begrenzt mitarbeiten wollen. Entwickelt wurde eine Webanwendung und eine App, über welche sich die bedarfsorientierte Freiwilligenhilfe abrufen lässt und wodurch Einsätze effizienter gesteuert werden können.

Cyberangriffe

Das Projekt "Scudo" wiederum stellt eine Software für Planspiele zur Vorbereitung auf Cyberangriffe vor. Mithilfe dieses Programms werden Unternehmen und Einsatzkräfte durch konkrete Schutzübungen bei der Beurteilung und Bewältigung verschiedenster Notfälle unterstützt.

Blackout

Mit einem Stromausfall im Krisen- und Katastrophenfall beschäftigt sich das Projekt "Remules": Mit der ultraleichten und mobilen gleichnamigen Photovoltaik-Anlage kann elektrische Energie erzeugt werden, etwa für die Aufrechterhaltung der Kommunikation oder den Betrieb von Lazaretten. Die Anlage sei rasch transportierbar und binnen kürzester Zeit einsatzbereit, heißt es.

Überwachung

Ein weiteres Projekt nennt sich "FlexDect". Das mobile Multikamerasystem wurde zur Videoüberwachung von Lastkraftwagen und Güterzügen zur Bekämpfung der Schlepperkriminalität entwickelt.

Im Rahmen des Sicherheitsforschungs-Förderprogramms wurden bisher den Angaben zufolge 172 Forschungsprojekte mit insgesamt 58 Millionen Euro gefördert, weitere 20 Projekte mit einer Gesamtförderung von rund sechs Millionen Euro starteten heuer. (APA, 4.11.2015)

Share if you care.