Teardown: Surface Book für Laien nicht zu reparieren

4. November 2015, 10:23
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Öffnung des Microsoft-Laptops erweist sich als riskant – Austausch von Akku und SSD prinzipiell möglich

Mit seinem "Schlangenscharnier", dem abnehmbaren Display und generell guter Verarbeitung gilt Microsofts erster Laptop als technische Meisterleistung. Das Surface Book wurde mit viel Vorschusslorbeeren empfangen. Kunden berichten mittlerweile von ersten Problemen, doch das Feedback in den ersten Rezensionen fiel nichts desto trotz sehr positiv aus.

Allerdings ist das große Convertible, das Microsoft als direkten Konkurrenten zu Apples Macbook Pro-Reihe sieht, beileibe kein Schnäppchen. Daher stellt sich die Frage, welche Optionen offen stehen, sollte eine Komponente nach Ablauf der Garantie ihren Geist aufgeben. Die Spezialisten von iFixit haben sich an die Beantwortung gemacht und das Surface Book zerlegt.

Tablet-Einheit mit wichtigsten Komponenten

Das "Herzstück" der Hardware, also Mainboard, Prozessor, Arbeitsspeicher, Onboard-Grafikmodul, SSD und das WLAN-Modul verstecken sich in der Tableteinheit. Der Card Reader, verschiedene Anschlüsse sowie die leistungsfähigere, eigenständige Grafikkarte sitzen hingegen in der Basiseinheit samt Tastatur.

Wer sich dem "Kern" nähern will, muss hinter das Display gelangen. Und die Entfernung der kombinierten Einheit aus Glas und Touchsensor bezeichnet iFixit als "nervenaufreibend". Man wünscht sich für zukünftige Surface-Geräte einen zugänglicheren Öffnungsweg, ohne sich dem Risiko auszusetzen, dass "bei dem kleinsten Fehler Glassplitter herumfliegen".

SSD und Akku austauschbar

Das Display lässt sich danach allerdings bequem vom Mainboard abklemmen, das offenbar "verkehrt" verbaut wurde. Der Rest des Interieurs liegt schließlich nach dem Abheben einer Schicht aus schützendem Schaum-Material frei. Das Motherboard selbst lässt sich nach etwas weiterer Tüftelei umdrehen.

Positiv ist anzumerken, dass es prinzipiell möglich ist, die SSD des Surface Book zu tauschen. Und auch der Akku kann ausgewechselt werden, nachdem man sich durch die Klebeschicht zum Untergrund gearbeitet hat. Absolut unmöglich ist es jedoch, eine andere CPU oder neue RAM-Riegel einzusetzen, denn diese Komponenten sind mit dem Mainboard verlötet.

Ähnlichkeiten zu Macs

Das Vordringen in die Basiseinheit gestaltet sich etwas weniger kompliziert, benötigt aber nichts desto trotz geübte Hände. Über der Grafikeinheit lässt sich hier ein Heatsink entdecken, welcher seinen Pendants in Apples Macs ausgesprochen ähnlich sieht. Auch an anderen Stellen sieht iFixit deutliche Ähnlichkeiten zur Konkurrenz.

Die Nvidia-Karte ist eine Sonderanfertigung für das Surface Book, gemäß verschiedenen Recherchen von Surface Book-Besitzern liegt sie in puncto Leistung am Level der Geforce 940M.

Nur für Profis zu reparieren

Wer sich ein Surface Book anschafft und nicht über einiges Wissen und Geschick sowie diverse Werkzeuge verfügt, sollte sich laut iFixit lieber nicht selber daran machen, defekte Komponenten zu tauschen. Besonders die Displayeinheit erweist sich als ausgesprochen heikel zu demontieren. Während die SSD austauschbar ist, sind CPU und RAM verlötet. Viele Komponenten werden mit starkem Kleber an ihrem Platz gehalten. Dazu sind die viele Bestandteile auf der Rückseite ihrer jeweiligen Platinen angebracht, was einen Ausbau des Motherboards unumgänglich macht. In Summe bedenkt iFixit das Surface Book folglich mit dem niedrigstmöglichen Reparaturscore von 1 aus 10. (gpi, 04.11.2015)

Links

iFixit

  • Das Surface Book in zerlegter Form.
    foto: ifixit

    Das Surface Book in zerlegter Form.

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