Pensionen: PVA kämpft mit technischen Problemen

4. November 2015, 07:00
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Mehrfachbescheide nach Systemumstellung

Wien – In der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) geht es wieder einmal heiß her. Diesmal sorgen nicht Amtsmissbrauch-Vorwürfe im Reha- und Kurbereich für Aufregung, sondern Schwierigkeiten bei einer technischen Umstellung. Die Einführung des Elektronischen Aktes in der PVA soll gröbere Probleme bringen, ist aus der Anstalt zu hören. Ein "Kunde", der einen Pensionsantrag stellte, berichtete von drei unterschiedlichen Bescheiden zu einem Fall, die ihm zugestellt worden seien.

Dass Sachbearbeiter und Prüfstelle unterschiedliche Berechnungen anstellten, sei zwar normal. Allerdings werde das Problem erst intern erledigt, bevor voneinander stark abweichende Ergebnisse nach außen getragen werden, heißt es. Ein langgedienter PVA-Mitarbeiter spricht von einem "reinen Chaos". In der Poststelle stapelten sich tausende Zusendungen, die gar nicht mehr bearbeitet werden könnten. In einer Landesstelle der Anstalt werden diese Berichte bestätigt. Man habe größte Mühe, die EDV-Umstellung zu bewältigen.

Vor Problemen gewarnt

Nachsatz: In der Vorbereitung zur Einführung des Elektronischen Aktes sei vor den Problemen gewarnt worden. Die Leitung hätte das aber ignoriert. Auch jetzt habe sich nichts verbessert: "Wir haben keine Ansprechperson", klagt eine Mitarbeiterin der PVA, die namentlich nicht genannt werden will. Die Pensionsversicherungsanstalt bestätigt "ein paar Einzelfälle", bei denen falsche Berechnungen an Antragsteller geschickt worden seien. Das Problem sei aber bereits behoben worden, sagt eine PVA-Sprecherin auf Anfrage. Es handle sich um organisatorische Adaptierungen, die neue Technik funktioniere aber einwandfrei.

Dass sich die Akten stapelten, liege am Parallelbetrieb, der zwischen physischer Post und Elektronischem Akt derzeit noch laufe. Die Post müsse erst gescannt werden, bevor sie bearbeitet werden könnte. In der Übergangsphase wüssten die Mitarbeiter nicht, ob angefragte Unterlagen bereits gespeichert seien oder nicht. Auch dieses Problem werde rasch gelöst sein, erklärt die Sprecherin und spricht von sechs bis acht Wochen, bis alles reibungslos funktionieren sollte. Die Kinderkrankheiten seien nichts Ungewöhnliches, immerhin seien rund 2.200 Mitarbeiter von der Umstellung betroffen.

Zepta steht übrigens für "Zukunftsorientierte, einheitliche, prozessoptimierte und trägerübergreifende Anwendung der Pensionsversicherung". Auch andere Träger wie die Versicherungen der Bauern und der Selbstständigen sind eingebunden. Unterstützt wurde die PVA von Raiffeisen Informatik. Auftragswert: 9,45 Millionen Euro. (as, 4.11.2015)

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