Technisches Museum Wien zeigt eigene Provenienzforschung

3. November 2015, 18:34
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Bisher 16 Restitutionsfälle, die Hälfte davon bereits abgeschlossen

Wien – Die jüngste Erweiterung der Dauerausstellung im Technischen Museum Wien (TMW) ist nicht besonders groß: Der Raum ist optisch Transportkisten nachempfunden und enthält unter anderem einen Fiat 522, einen Durchlauferhitzer oder ein Salonradio. Das Besondere an diesen Objekten: Sie hatten ursprünglich jüdische Besitzer, wurden zum Teil vom TMW restituiert und dann wieder angekauft.

Die kleine Schau nennt sich "Inventarnummer 1938" und präsentiert ab sofort Ergebnisse der seit 1998 geleisteten Provenienzforschung am TWM. 80.000 Objekte wurden bis dato auf ihre Herkunft untersucht, sagt TMW-Direktorin Gabriele Zuna-Kratky. Hunderte Gegenstände konnten im Laufe der Zeit als Naziraubgut identifiziert werden, so Provenienzforscher Christian Klösch, der den zur Eröffnung der Schau erschienenen Katalog verfasste.

Stand bisher die Rückgabe wertvoller Kunstgegenstände im Zentrum der Provenienzforschung, trägt "Inventarnummer 1938" einem gern verdrängten Umstand Rechnung: Die Nazis stahlen hauptsächlich Objekte des alltäglichen Lebens – wie eben Autos oder Radios. (red, 3.11.2015)


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"Inventarnummer 1938." – Ausstellung zum Thema Provenienzforschung im Technischen Museum Wien

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