"Ochs im Glas": Die Sendung mit der Schwarte

3. November 2015, 17:42
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Ganz schön schwer: Drei endjunge Herren aus Wien scheitern einigermaßen würdevoll an der Aufgabe, binnen zweier Wochen einen Freilandochsen in 600 Rex-Gläser zu zwingen

Vom Fernsehen kann man immer wieder sehr viel lernen. Wenn man zum Beispiel nicht gerade der MacGyver ist, erweist es sich als so gut wie unmöglich, eine Fettschwarte durch den Fleischwolf zu drehen. Es hilft auch nichts, wenn man mit einem Hagelstecken das Fett in den elektrischen Faschierer drücken will – wobei so ein Holzaroma in Kennerkreisen mitunter geschätzt wird. Nein, für mich bitte keine zweite Portion, ich bin total satt.

In der bezüglich Schlachtung und beinahe vollständigen Verarbeitung so lehrreichen wie unterhaltsamen ORF-Serie Ochs im Glas (Dienstagsnacht auf ORF 1) sieht man derzeit wöchentlich eines: Drei endjunge Herren aus Wien scheitern einigermaßen würdevoll an der Aufgabe, binnen zweier Wochen einen ganzen Freilandochsen in 600 Rex-Gläser zu zwingen und trotzdem befreundet zu bleiben. Das ist ganz schön schwer. Vor allem, wenn man sich kennt.

Das im Innenhof eines Bauernhofs im Waldviertel an der guten frischen Luft angegangene Unternehmen zeigt auch, dass ein Rindvieh nicht nur aus Lungenbraten und Steaks und zu drei Vierteln aus Tierfutter besteht. Gehen Sie einmal zu einer Fleischtheke im Diskonter und bestellen Rindsbackerl oder Niere. Sie werden in große Kinderaugen blicken.

Bevor es Gefriertruhen gab, konnte man mit Einmachgläsern den Jahresbedarf an Fleisch (und Holzspänen) sehr gut haltbar machen. Diese Sendung hat aber nicht nur mit Freundschaft, zivilisiertem Umgang untereinander, reflektiertem Fleischkonsum und der Umwelt zu tun. Man lernt auch, dass es Grenzen gibt. In einem Chili haben zum Beispiel Cola, Ketchup und Mais nichts zu suchen. Das arme Tier. (Christian Schachinger, 3.11.2015)

  • Freunde für immer: Thomas Nowak, Ingo Pertramer,  Florian Holzer und die großen Fleischteile.

    Freunde für immer: Thomas Nowak, Ingo Pertramer, Florian Holzer und die großen Fleischteile.

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