TV-Produzent Hofmann hält an Hitler-Miniserie fest

3. November 2015, 13:43
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Das Projekt soll mit RTL realisiert werden – Differenzierung in der Entwicklung der Drehbücher sei mittlerweile erreicht

Berlin – Filmproduzent Nico Hofmann hält an seiner geplanten Fernsehserie über Adolf Hitler fest. "Es ist eine wahnsinnig schwierige Arbeit geworden. Ich war fünf oder sechs Mal kurz davor zu sagen: 'Wir lassen es'", sagte Hofmann am Montagabend in Berlin. Mittlerweile seien die Drehbücher aber auf ein Niveau gekommen, wo man sagen müsse, man müsse sie eigentlich machen.

Die Produktionsfirma Ufa Fiction plant seit längerem eine TV-Miniserie über den Nazi-Diktator. Konkrete Gespräche zur Umsetzung hatte sie mit dem Privatsender RTL geführt. Hitler sei "ein hoch spannender und zugleich besonders brisanter Stoff", teilte ein RTL-Sprecher auf Anfrage mit. "Mit der Drehbuch-Entwicklung bisher sind wir sehr zufrieden. Sobald sie abgeschlossen ist und die erforderlichen Eckdaten feststehen, werden wir entscheiden, ob wir in Produktion gehen." Ein Thema wie dieses erfordere besondere Sorgfalt, da es nah an der historischen Wahrheit erzählt werden müsse, teilte der Sprecher mit.

Angekündigt im Oktober 2012

Hofmann, der unter anderem das Kriegsdrama "Unsere Mütter, unsere Väter" produzierte, hatte die fiktionale Hitler-Serie im Oktober 2012 angekündigt. Jede Folge soll ein Kapitel vom Aufstieg Hitlers beleuchten – vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Holocaust und zum Zweiten Weltkrieg. An dem Projekt hätten die Macher mehrere Jahre gearbeitet, sagte Hofmann. Nun hätten sie eine Differenzierung in der Entwicklung der Drehbücher erreicht. Das Projekt könne man somit moralisch verantworten, erklärte der 55-Jährige.

Historische Berater begleiten das Projekt, wie Hofmann sagte. Die fertigen Drehbücher sollten unter anderem jüdischen Gemeinden gezeigt werden. "Es ist ganz, ganz entscheidend, dass wir die Bücher vor den Dreharbeiten sowohl bei den Historikern als auch bei den Gemeinden offenlegen."

Filmprojekt über Leni Riefenstahl

Parallel plant Ufa Fiction auch ein Filmprojekt über die Regisseurin Leni Riefenstahl, die im Auftrag Hitlers Filme über die Reichsparteitage der NSDAP und über die Olympischen Spiele 1936 drehte. "Uns interessiert die Lebenslüge der Frau", sagte Hofmann. Im Sommer 2014 war bekannt geworden, dass das ZDF aus dem Projekt ausgestiegen war. Damals hatte Hofmann gesagt, er hoffe, das Vorhaben stattdessen mit der ARD zu realisieren.

"Wir haben bei beiden Projekten eine sehr weite Entwicklung, sodass wir davon ausgehen, dass wir produzieren", sagte Hofmann. Wer in diesem Falle den Part Hitlers spielen könnte, ist noch unklar. Er habe bestimmte Ideen, sagte Hofmann, aber dafür sei es noch zu früh. (APA, 3.11.2015)

  • Filmproduzent Nico Hofmann hat keine moralischen Bedenken mehr.
    foto: apa/epa/uweüanspach

    Filmproduzent Nico Hofmann hat keine moralischen Bedenken mehr.

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