Nasa sucht Programmierer für 40 Jahre alte Voyager-Sonden

3. November 2015, 11:01
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2016 setzt sich der letzte ursprüngliche Ingenieur der Voyager-Sonden zur Ruhe

Wenn Larry Zottarelli im kommenden Jahr in den Ruhestand geht, wird bei der Nasa eine herausfordernde Stelle frei. Zottarelli ist der letzte Ingenieur des Voyager-Projekts. Wer in seine Fußstapfen tritt muss sich mit Technologie auskennen, die zur Zeit des Kalten Krieges entwickelt wurde.

Cobol, Fortran und Algol

Um die beiden Voyager-Sonden weiter betreiben zu können, müssen Ingenieure Programmiersprachen wie Cobol, Fortran und Algol beherrschen. Sie wurden in den 1950er-Jahren entwickelt und waren auch noch in den 1970ern state of the art, wie Voyager-Programmmanager Suzanne Dodd im Interview mit "Popular Mechanics" erklärt.

Die Raumsonden Voyager 1 und 2 haben ihre Reise im September 1977 angetreten. Aktuell befindet sich Nummer Eins rund 20 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, Nummer 2 rund 16,4 Milliarden Kilometer. Ursprünglich sollten sie Jupiter und Saturn erkunden, danach wurden ihre Aufgaben erweitert. 2012 hat Voyager 1 das Sonnensystem verlassen und befindet sich im interstellaren Raum. Noch etwa zehn Jahre sollen die Daten zur Erde schicken.

Herausforderungen

Die alte Technik stellt Ingenieure vor besondere Herausforderungen. So verfügen die Sonden lediglich über 64 KB Speicher und können nur mehr über das Deep Space Network erreicht werden. 1990 wurde die Software laut Dodd zum letzten Mal gröber überarbeitet, um zumindest noch automatisch Daten zur Erde zurückschicken zu können, wenn die Kommunikation abgebrochen ist.

Zottarellis Nachfolger müssen in den kommenden zehn Jahren einen Weg finden, mit der verbleibenden Energie noch so viel wie möglich aus den Sonden herauszuholen. Einstellungsgespräche für den Posten führt die NASA laut dem Bericht derzeit noch nicht. Wer sich dazu berufen fühlt, hat also noch ein bisschen Zeit, mit der Technik des vergangenen Jahrtausends warm zu werden.

Keine Studenten

Dass man junge Nachwuchstalente an den Unis und Colleges findet, die sich ein Jahrzehnt lang mit der alten Technologie auseinandersetzen wollen, glaubt Dodd aber weniger. Vermutlich wird das Team im Jet Propulsion Center eher bei jemandem fündig, der schon Erfahrung mit der Voyager-Technik hat und zumindest etwas jünger ist als die ursprünglichen Ingenieure. (br, 3.11.2015)

  • Für die in den 1970er-Jahren losgeschickten Voyager-Sonden sucht die Nasa Leute, die sich noch mit der alten Technologie auskennen.
    foto: nasa

    Für die in den 1970er-Jahren losgeschickten Voyager-Sonden sucht die Nasa Leute, die sich noch mit der alten Technologie auskennen.

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