Springer signalisiert erste Erfolge im Kampf gegen Werbeblocker

2. November 2015, 18:09
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Ergebnisse sollen diese Woche veröffentlicht werden

Im Kampf gegen Umsatzeinbußen durch Werbeblocker im Internet meldet der Axel-Springer-Verlag erste Erfolge. Das Unternehmen ("Bild", "Die Welt") signalisierte am Montag, dass die in der Branche mit Spannung verfolgte "Bild.de-Schranke" zur Sicherung von Anzeigenerlösen funktioniere.

Erste Ergebnisse bald öffentlich

Springer-Vorstand Andreas Wiele kündigte auf einer Medienkonferenz in Berlin an, dass der Konzern wohl noch diese Woche Ergebnisse einer vorläufigen Auswertung der vor einigen Wochen eingeführten Maßnahme vorlegen werde. "Ich kann Ihnen jetzt schon sagen, dass sie sehr erfreulich ausfallen werden." Nach Wieles Worten haben rund ein Viertel der deutschen Internetnutzer einen Werbeblocker installiert, um Werbung auszublenden. "Sie sind die Diebe des Internets", kritisierte der Manager. Denn sie hätten den "Gesellschaftsvertrag aufgekündigt", dass unabhängiger Journalismus Werbeeinnahmen brauche.

Wiele geht davon aus, dass in den nächsten zwölf Monaten alle wesentlichen journalistischen Digitalangebote eine ähnliche Technik einsetzen werden, um Nutzern von Werbeblockern den Zugang zu bestimmten Internetseiten zu untersagen. Zudem werde die Werbung künftig weniger aggressiv sein.

Redaktionelle Inhalte gesperrt

Springer hatte Mitte Oktober angekündigt, für Werbeblocker-Nutzer würden ab sofort die redaktionellen Inhalte des Portals Bild.de automatisch gesperrt. Wer die normalerweise frei zugänglichen, werbefinanzierten Berichte und Videos trotzdem ohne Reklame sehen wolle, müsse dafür ein gesondertes Abo abschließen. Viele Online-Medien laufen Sturm gegen die Werbeblocker, weil sie dadurch ihre wichtigste Erlösquelle in Gefahr sehen. Denn wenn Leser und Zuschauer die Anzeigen und Werbespots auf ihren Computern und Smartphones systematisch ausblenden, seien die Werbekunden nicht mehr zahlungswillig, lautet das Argument.

Ende September hatte Springer in dem Streit über Werbeblocker eine juristische Schlappe erlitten. Das Landgericht Köln entschied, dass das Start-up-Unternehmen Eyeo weiterhin seine kostenlose Software zum Unterdrücken von Reklame im Netz anbieten darf. (Reuters, 2.11.2015)

  • Die neue Strategie scheint für den Axel Springer-Verlag zu funktionieren
    foto: reuters/peter

    Die neue Strategie scheint für den Axel Springer-Verlag zu funktionieren

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