China stellt erstes eigenes Passagierflugzeug vor

Ansichtssache2. November 2015, 11:04
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Vorhang auf für die C919 hieß es am Montag in Schanghai: China kommt dem Traum näher, das erste eigene Zivilflugzeug in die Luft zu schicken

China hat sein erstes großes Passagierflugzeug fertiggestellt. Die C919 mit Plätzen für 168 Passagiere wurde Regierungsfunktionären und Industrievertretern am Montag offiziell in der Wirtschaftsmetropole Schanghai präsentiert.

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Das Ziel ist ambitioniert: Nichts weniger als den internationalen Flugzeuggrößen Boeing und Airbus will man Konkurrenz machen.

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Die C919 bietet Platz für 168 Passagiere. Regierungsfunktionären und Industrievertretern wurde sie offiziell und voller Stolz präsentiert. Produziert wurde der Vogel ebenfalls in Schanghai – allerdings auch mit Komponenten aus dem Ausland. So wurden die Motoren von CFM International geliefert, einem Gemeinschaftsunternehmen von GE und Safran.

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China träumt seit den 1970er-Jahren davon, sein erstes eigenes Zivilflugzeug zu bauen. Das Vorhaben wurde damals von Jiang Qing unterstützt, der Ehefrau von Mao Tse-tung. Aber das entwickelte Modell Y-10 war letztlich zu schwer; nur drei Exemplare wurden gebaut. Mit der C919 soll alles anders werden.

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Sieben Jahre hat die staatliche Commercial Aircraft Corporation of China (Comac) in die Entwicklung investiert – und, so hört man, viel Geld, um nun ein eigenes Flugzeug vorstellen zu können.

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Genau sind die Kosten des Passagierflugzeugs nicht bekannt. Im vergangenen Monat hatte die Export-Import Bank of China aber erklärt, Comac für die Finanzierung seiner Luftfahrtprojekte 7,9 Milliarden Dollar (7,2 Milliarden Euro) zur Verfügung zu stellen.

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Comac liegen nach eigenen Angaben Bestellungen für 517 Exemplare vor – fast alle von einheimischen Käufern. Comac-Chef Jin Zhuanglong bezeichnete die Fertigstellung des Jets mit einer Reichweite von 5.555 Kilometern als "bedeutenden Meilenstein in der Entwicklung von Chinas erstem einheimischem Flugzeug".

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Comac hat bereits einen kleineren Regionaljet namens ARJ – siehe Foto – entwickelt. Das Projekt hinkt dem Zeitplan allerdings um Jahre hinterher. Das Flugzeug mit bis zu 90 Sitzplätzen befindet sich immer noch im Testbetrieb. Ihm fehlt auch noch die Zulassung der US-Behörden, sodass es bisher noch nicht im Luftraum der USA fliegen darf.

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Ex-Hürdenläufer Liu Xiang beehrte ebenfalls die Eröffnungszeremonie. Für China steht das Flugzeug für jahrelange Anstrengungen, die Abhängigkeit vom europäischen Flugzeugbauer Airbus und dem US-Konkurrenten Boeing zu verringern – und diesen gar noch Konkurrenz zu machen.

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Bis dahin könnte allerdings auch noch ein bisschen Zeit verstreichen. Der erste Testflug des 39 Meter langen Flugzeugs findet laut Comac voraussichtlich erst im kommenden Jahr statt. Ursprünglich war der Jungfernflug bereits für dieses Jahr vorgesehen. Die Zeitung "China Daily" berichtete gar, der erste Flug der C919 könnte sich bis 2017 verschieben. (APA, red, 2.11.2015)

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