Vereinigte Bühnen weisen Kritik an Auftragsvergabe zurück

1. November 2015, 18:50
1 Posting

Geschäftsführer Drozda unterstreicht, dass die Vereinigten Bühnen Wien das Vergabegesetz einhalten und verweist auf Unterschied zwischen "künstlerischen" und "standardisierten" Leistungen

Wien – Die Vereinigten Bühnen Wien (VBW) weisen die am Freitag von den NEOS und der ÖVP geübte Kritik am Vergabemodus für Bühnenbilder und Kostüme zurück. "Die Vereinigten Bühnen Wien halten das Vergabegesetz ein und haben es bisher immer eingehalten", unterstreicht Thomas Drozda, Geschäftsführer der VBW, am Sonntag in einer Aussendung.

Künstlerische versus standardisierte Leistungen

Kritisiert worden war der Umstand, dass Leistungen nicht wie gesetzlich vorgeschrieben ausgeschrieben, sondern lediglich mindestens drei Angebote von Firmen, mit denen man "gute Erfahrungen" gemacht hat, eingeholt würden. Laut Bundesvergabegesetz müssen Aufträge über 100.000 Euro national, ab 207.000 Euro europaweit ausgeschrieben werden. Bei Bühnenbildern und Kostümen handle es sich laut Drozda jedoch um künstlerische Leistungen: "Klar ist, dass wir bei unseren Vergaben von Ausstattungen künstlerische Leistungen erwarten und nicht die vielzitierten standardisierten Leistungen. Wer das Wesen von Theaterproduktionen kennt, weiß, wie eng Regie, Bühnen- und Kostümbildner mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den von unserer Seite beauftragten Lieferanten koordiniert werden und zusammenarbeiten müssen, um die künstlerische Qualität einer Gesamtproduktion zu gewährleisten."

Es liege in der Natur der künstlerischen Produktion, "dass kaum normierte standardisierte Leistungen im Voraus festgelegt werden können", so Drozda. "Demzufolge ist nach herrschender Judikatur zum Vergabegesetz generell der Auftraggeber dazu aufgerufen, den Ausschreibungsgegenstand selbst festzulegen." Von der Tageszeitung "Die Presse" befragte Vergaberechtsexperten hatten in Bezug auf dieses Argument klargestellt, dass es sich bei Kostümen oder Bühnenbildern, die exakt nach Entwürfen angefertigt werden, nicht um künstlerische Leistungen handle.

Drozda in der Aussendung von Sonntag weiter: Die bevorstehende Prüfung durch den Wiener Stadtrechnungshof gebe den Vereinigten Bühnen "Gelegenheit, die vergaberechtliche Korrektheit ebenso wie die Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit unserer Vorgehensweise darzulegen".

SPÖ: Anschuldigungen gehen ins Leere

Unterstützung in seiner Argumentation erhält Drozda von der SPÖ: "Die Anschuldigungen der Neos gehen völlig ins Leere. Alle Aufträge seitens der Vereinigten Bühnen Wien werden selbstverständlich nach den rechtlich gültigen Vergabebestimmungen vergeben. Dabei ist der wichtigste Grundsatz die Vergabe anhand transparenter Kriterien. Diese erfolgt sparsam, wirtschaftlich effizient und dennoch den künstlerischen Vorgaben entsprechend", so die SPÖ-Gemeinderätin Katharina Schinner in einer Aussendung. Dort, wo keine öffentliche Ausschreibung nötig sei und kein Bezug über die Bundesbeschaffungsgesellschaft (BBG) möglich, würden sich die VBW an "ihre internen, strengen Regeln" halten. (APA, 1. 11. 2015)

Share if you care.