Zäune als Metapher

Video1. November 2015, 17:46
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Die Feinde der Freiheit waren immer schon Freunde der Zäune

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Es wird nie einen Zaun an der österreichisch-slowenischen Grenze geben. Eine Innenministerin, die nicht einmal ein Flüchtlingslager für 3.000 Leute managen kann und es nicht einmal schafft zu verhindern, dass Babys im November im nassen Gras schlafen müssen, würde wohl höchstens ein Gatter bauen können, das frühestens in zehn Jahren fertig ist und beim ersten Windstoß umfällt.

Alles, was sie also zuwege brachte, sind Schlagzeilen in internationalen Medien, dass Österreich einen Zaun baut. Jetzt ist das Österreich-Bild wieder im Lot: Waldheim, Haider, Fritzl, Strache, Zaun! Tolle Image-PR, danke dafür!

Der Zaun ist seit jeher die Metapher für Enge, an deren Beginn immer die geistige Enge steht, da der Zaun ja auch diesen schönen Doppeleffekt hat: Der einen Zaun baut, um andere draußenzuhalten, schafft ja als primären Effekt einmal, sich selbst einzuzäunen. Die Selbstparzellierung des Schrebergärtners. Die Feinde der Freiheit sind immer die Freunde der Zäune. Und Freiheitsrevolten sind immer auch Revolten gegen Zäune. Die Bilder fallender Zäune sind immer die Bilder vom Sieg der Freiheit. Und umgekehrt: Die Bilder vom Sieg der Freiheit sind immer die Bilder vom Fall der Zäune. (Robert Misik, 1.11.2015)

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