Hundstorfer will Anreiz zur Arbeit erhöhen

31. Oktober 2015, 11:16
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Bonus für den Einstieg oder Wiedereinstieg ins Arbeitsleben: Sozialhilfebezieher sollen mehr Anreiz bekommen, eine Arbeit aufzunehmen

Wien – Finanzminister Hans-Jörg Schelling hat im Sommer mit seiner Einschätzung, das Arbeitslosengeld sei zu hoch, für heftigen Wirbel gesorgt. In Österreich sei es auch deshalb "schwer, Arbeitskräfte zu finden, weil das Arbeitslosengeld fast genauso hoch ist wie das Arbeitseinkommen, sagte er im STANDARD-Sommergespräch. Leistung müsse sich lohnen, so sein Motto. Das deutsche "Hartz IV"-Modell erschien dem Finanzminister damals vorbildhaft. Kritik kam umgehend aus diversen Lagern. Jene der SPÖ lautete unter anderem: Eine Kürzung der Leistungen würde niemanden motivieren.

Motivieren will Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) nun aber auch: Sozialhilfebezieher sollen mehr Anreiz bekommen, eine Arbeit aufzunehmen. Vorbild soll der in Niederösterreich eben eingeführte Bonus für den Einstieg oder Wiedereinstieg ins Arbeitsleben sein. Dort wird die Mindestsicherung nicht sofort um jeden selbst verdienten Euro gekürzt, vielmehr wird ein Teil der Sozialhilfe während einer Übergangszeit von einem Jahr weiter ausbezahlt.

Dadurch soll sich Arbeit lohnen, da unterm Strich mehr Geld herauskommt. "Das wollen wir österreichweit einführen", kündigt Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) in den "Salzburger Nachrichten" (Samstagsausgabe) an, "eventuell schon im Frühjahr." (APA/red, 31.10.2015)

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    foto: apa/neubauer

    Sozialminister Hundstorfer

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