Sag beim Abschied laut Hüa

30. Oktober 2015, 17:49
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American Pharoah und Golden Horn winkt eine goldene Zuchtzukunft. Zuvor galoppieren die Hengste beim Breeder 's Cup. In die Geschichte liefen beide – einer auf Sand, einer auf Rasen. Also nie gegeneinander

Lexington/Wien – Seit Freitag und zum 32. Mal wird in Lexington, Kentucky, bei der inoffiziellen Weltmeisterschaft galoppiert. Die wertvollsten der insgesamt mit 24,5 Millionen Dollar dotierten 13 Rennen des Breeder's Cup steigen am Samstag. Im BC Classic (fünf Millionen Dollar) über etwas mehr als 2000 Meter auf Sand und im BC Turf (drei Millionen) über rund 2400 Meter auf Gras geben Rösser, die ihren Jahrgang geradezu spektakulär dominiert haben, ihre Abschiedsvorstellungen.

American Pharoah ist schon vor dem Classic in die Geschichte gelaufen. Schließlich gewann der Hengst unter dem Mexikaner Victor Espinoza das Kentucky Derby, die Preakness und die Belmont Stakes in Serie, also als erst zwölftes Pferd innert 140 Jahren die US-Triple Crown. 37 Jahre warteten die Fans auf diesen Coup.

Dass American Pharoah im August in Saratoga eine knappe Niederlage – die zweite in bisher zehn Rennen – einstecken musste, erhöht die Spannung für Samstag, ändert aber nichts an der klaren Favoritenstellung. Trainer Bob Baffert nimmt mit Wehmut von seinem Schützling Abschied: "Ich hätte ihn sehr gerne noch ein oder zwei Jahre im Training behalten." Doch Züchter und Besitzer Ahmed Zayat hat Anteile an die irische Coolmore-Gruppe verkauft, die den Hengst nun in ihrem Gestüt wirken lässt.

Golden Horn im Galopp

Europas Gegenstück zu American Pharoah ist der dreijährige Hengst Golden Horn, der in diesem Jahr unter dem italienischen Starjockey Frankie Dettori nicht nur das englische Derby in Epsom, sondern auch den Prix de l'Arc de Triomphe souverän gewann. Er gilt nach der Wertung der englischen Wettzeitung Racing Post als derzeit bester Galopper der Welt und sollte den BC Turf normalerweise leicht gewinnen. Es dürfte auch für ihn das letzte Rennen vor der Zuchtlaufbahn sein. Besitzer Anthony Oppenheimer hat das zumindest nach dem Triumph in Paris verkündet. Golden Horn hat von seinen bisher acht Rennen sieben gewonnen.

Dass die beiden tierischen Stars nicht direkt aufeinandertreffen, liegt am Geläuf. Golden Horn könnte als an Gras gewöhntes Pferd auf Sand kaum sein volles Können entfalten. American Pharoah braucht umgekehrt für seine maximale Leistung Sand. (Nikolaus Dolenz, 30.10.2015)

  • "Ich glaub, mich küsst ein Mensch", mag American Pharoah ob der Zärtlichkeit seines Züchters Ahmed Zayat gedacht haben.
    foto: ap/morgan

    "Ich glaub, mich küsst ein Mensch", mag American Pharoah ob der Zärtlichkeit seines Züchters Ahmed Zayat gedacht haben.

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