Haipl/Knötzl: Für die Katz' und für die Fisch'

31. Oktober 2015, 10:34
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Mit "Dackeln im Sturm" melden sich Clemens Haipl und Herbert Knötzl nach 16 Jahren gemeinsam auf der Bühne zurück. Dabei geht es tierisch zu

Wien – Etwas zu haben, woran man sich halten kann, macht das Leben viel einfacher. Ein Credo, ein Motto, ein Leitfaden, so etwas. Herbert Leopold Knötzl hat Letzteren in Form eines Wollknäuels gefunden. Denn er – nein, nicht spielt – ist die Katze Minki. Im knappen, schwarzen Kleidchen schleicht Minki mal geschmeidig und mal plump über die Bühne und hascht nach dem violetten Schnürl in Clemens Haipls Händen.

Der wiederum gibt "Ivar den Knochenlosen", ein Wikingerchen, dem in pinken Leggings und Glitzertop ("Kettenhemd") das Wilde abhandengekommen ist. Trotz seines Plastikschwerts ist er mehr fahrig denn gefährlich, mehr Fistelstimme denn Faustkampf. Zusammen sind die beiden kalkulierte Lächerlichkeit und noch viel, viel mehr: Menschen in der Tierhandlung, ein Taxifahrer, Ö1 Moderator Huri Hure...

Als "ProjektX" wurden Haipl und Knötzl in den 90er-Jahren bekannt, Projekt X heißt immer noch ihre donnerstägliche Mitternachtssendung auf FM4. Mit ihrem neuen Programm Dackeln im Sturm stehen sie im Kabarett Niedermair aktuell zum ersten Mal seit 16 Jahren wieder gemeinsam auf der Bühne. Was sich bisher bewährt hat, das setzen sie hier fort.

Katze – Cat – Muschi – Fisch

Dabei dreht sich vorerst einmal alles um die Katz‘. Von Knötzls emphatischer Exegese des Cat Stevens-Hits Father and Son ("Kater and Son") hantelt man sich die fellflauschige Assoziationskette Katze – Cat – Muschi entlang bis zwischen die Schenkel einer altgedienten, steilen Katz'. Weil eine Richtschnur aber stets die merkliche Gefahr des Strangulierstricks in sich trägt, macht man Pause, ehe die cat content-Wortspielchen ausgehen.

Nach dem Neustart sollen Fische die Pointen bringen. Beziehungsweise die Fischers: Der Bundes-Heinz und die Atemlos-Helene sind jetzt nämlich zusammen, weil sie eh schon gleich heißen. Und weil es so gut passt, betreibt die Fischerin nebenbei auch noch eine Tierhandlung mit Schwerpunkt Fisch. Zufälle gibt's, die gibt’s eigentlich nicht! Und es gibt Humor, den bräuchte es eigentlich nicht. Tierisch daneben zum Beispiel die Frage "Schluckt’s?" nach dem zwischenmenschlichen Betragen der Letztgenannten.

Wer solche Schmähs und stimmungsvoll auf der Blockflöte begleiteten Gesangseinlagen ("Sierra Madre") à la Muttertagsaufführung bisher mochte, wird gewiss auch mit Dackeln im Sturm etwas anfangen können. (Michael Wurmitzer, 31.10.2015)

Nächste Termine: 1., 8., 15., 22. und 29. 11., jeweils 19.30 im Kabarett Niedermair

www.niedermair.at

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