Schön statt süß: Nicht essbare Adventkalender

Kolumne10. November 2015, 05:30
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Vorfreude ist die schönste Freude: Dieses Gefühl haben wir unter anderem durch Adventkalender gelernt – es war gut so und soll so bleiben

Mitunter ist es ein Fluch, zwischen den Welten zu stehen. Zum Beispiel zwischen jener von Medizin und Konsum. Kinder, und da bin ich total altmodisch, brauchen Adventkalender, damit der Dezember auch wirklich der schönste Monat des Jahres ist. Es ist höchste Zeit, sich darum zu kümmern: Eine Schokoladevariante aus dem Supermarkt ist die simpelste Lösung.

Aber Achtung: Eigentlich gibt es nichts Übleres, als sich jeden Tag eine Volldosis Zucker in den Mund zu schieben. Das macht dick, schlechte Zähne und grantig, nämlich dann, wenn der Blutzuckerspiegel wieder fällt.

Bleiben zwei Alternativen: zum einen der bescheidene Adventkalender, der beim Öffnen der Fensterchen nur Bilder zeigt. Ist im 21. Jahrhundert allerdings ein eher schwacher Effekt. Von wegen Bilderflut und so.

Do it yourself

Besser als alles andere ist der individuelle, maßgeschneiderte Adventkalender, der selbst gebastelt wird. Unzuckrig, nützlich, mit total viel Liebe. Ja, das habe ich vor, und froh bin ich, dass ich ihn für eine 13-Jährige basteln darf. Seit Wochen sammle ich Kleinteiliges, das ihr gefallen könnte. Haargummis, Spangerln, Armbänder und vor allem Nagellack. Der ist bei Mädchen ab acht Jahren schon ein ziemlicher Renner.

Statt Süßes zwischen den Zähnen gibt es zuckersüße Parfums, Labello für weiche Lippen, weil es die jetzt in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt. Vanilla Macademia? Wow. Dazwischen packe ich Kerzen, lustige Taschentücher (Schnupfenzeit), Stifte, kleine Blocks und, tja, Nüsse – es soll ja auch schlechte Tage dazwischen geben.

Jetzt ließe sich einwenden: Berufstätige haben gar nicht so viel Zeit, um so eine aufwendige Freude machen zu können.

Die Online-Unterstützung

Vor allem: weil Weihnachten ja auch noch kommt! Ein Blick nach Adventkalendern bei Amazon ergab erstens: Vorgefertigte Kalender zum Befüllen (Stoffeulen oder Jutesäckchen) sind günstig und erleichtern das Projekt, diverse Spielzeugvarianten (Lego und Playmobil) wären vor allem für Buben ja auch möglich.

Ich habe übrigens dort auch einen eigenen Nagellackadventkalender entdeckt. Da stehen die Tage als Zahlen sogar auf den Fläschchen. Das wäre auch für Erwachsene wie mich eigentlich sehr schön. Noch schöner ist der Adventkalender vom Vorarlberger Kosmetiklabel Susanne Kaufmann, der einen vom ersten bis 24. Dezember mit Produktproben überrascht. Den will ich gerne selbst haben.

Aber, ach ja: Es geht nicht um mich, sondern um mein Patenkind. Um sie und ihre Vorfreude geht es. Im Advent. Und überhaupt. (Karin Pollack, 10.11.2015)

  • Vorgefertigte Kalender zum Befüllen erleichtern das Projekt.
    foto: foto:creativebug, jeanne lewis/ap/dapd

    Vorgefertigte Kalender zum Befüllen erleichtern das Projekt.

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