Tabu Gesundheit: Männer bleiben Vorsorgemuffel

2. November 2015, 05:30
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Regelmäßige Untersuchungen: Theoretisch "ja", praktisch "nein" – Im "Movember" soll Bewusstsein steigen

Im "Movember" sprießt der Schnurrbart weltweit für den Guten Zweck: Die internationale Initiative zur Männergesundheit sammelt den ganzen Monat lang Spenden und will auf die tabuisierte Thematik aufmerksam machen. Einer Studie zufolge war ein Fünftel der heimischen Herren noch nie bei einer Vorsorgeuntersuchung. Das Bewusstsein steigt langsam, hieß es bei einem Pressetermin in Wien.

Das Kunstwort "Movember" setzt sich aus Moustache (Schnurrbart) und November zusammen und steht für die größte private Fundraising-Organisation für Männergesundheit der Welt. Jährlich rasieren sich am 31.10. rund um den Globus mittlerweile etwa zwei Millionen "MoBros" – darunter viele Prominente – und lassen die Gesichtsbehaarung den ganzen Folgemonat lang sprießen. Der kontroversielle Schnauzer soll zur Gesprächen über das Tabuthema anregen. Gleichzeitig wird gesammelt und gespendet.

Gespräche tabu

In Österreich, seit 2012 Teil der 2003 in Australien initiierten Aktion, bleibt Männergesundheit zwar ein Tabuthema, das Bewusstsein hat einer aktuellen Untersuchung zufolge aber ein wenig zugenommen. Prostata- und Hodenkrebs sowie psychische Probleme sind nach wir vor Tabuthemen beim vermeintlich starken Geschlecht: Für drei von zehn (31,6 Prozent insgesamt und 44,3 Proeznt der 20- bis 29-Jährigen) sind Gespräche über Männerkrankheiten wie Prostata- und Hodenkrebs oder psychische Krankheiten im Freundeskreis tabu.

Laut Thomas Schwabl von Marketagent.com machen sich zwar sechs von zehn Männern Gedanken über ihre Gesundheit. Die Mehrheit befürwortet regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (58 Prozent denken, dass selbige zumindest einmal jährlich stattfinden sollte), in der Praxis allerdings unterziehen sich nur 36,5 Prozent einer solchen. Ein Fünftel hat diesen Gang noch nie gewagt.

Der Studie unter 500 Männern zwischen 20 und 69 Jahren zufolge dürfte sich eine Partnerschaft gesundheitsfördernd für sie auswirken: Singles nehmen zu 30,5 Prozent derartige Angebote nicht in Anspruch, fix Vergebene zu 16,1 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2014 konnte Movember seine Bekanntheit bei den österreichischen Männern deutlich steigern. Knapp jeder vierte Befragte kennt die in 21 Ländern stattfindende Initiative – 2014 war es noch jeder Sechste. Jedem Zweiten in der Altersgruppe 20 bis 29 Jährigen ist das Projekt ein Begriff. (APA, 2.11.2015)

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