Chilenen zahlten jahrelang zu viel für Toilettenpapier

30. Oktober 2015, 12:39
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Klopapier-Kartell ging laut Anklageschrift wie in einem Mafia-Film vor

Santiago de Chile – Chilenen haben jahrelang zu viel für Toilettenpapier gezahlt. Mehr als zehn Jahre, von 2000 bis mindestens 2011, hätten sich zwei große Toilettenpapier-Hersteller zu einem Kartell zusammengeschlossen, teilte die chilenische Kartellbehörde FNE am Donnerstag (Ortszeit) in Santiago de Chile mit.

Die Firmen CMPC Tissue und SCA Chile hätten sich im Jahr 2000 zusammengetan, um einen neuen Rivalen aus den Markt zu drängen. Mitarbeiter der beiden Firmen gingen der Anklageschrift zufolge wie in einem Mafiafilm vor: Sie kommunizierten über Prepaid-Karten, warfen Computer in Abwasserkanäle, um Beweismittel zu vernichten, und trafen sich für geheime Absprachen in Feuerwachen.

Neues Kartellgesetz geplant

Beide Firmen haben zusammen einen Umsatz von rund 400 Mio. Dollar (366 Mio. Euro) und kontrollieren 90 Prozent des chilenischen Toilettenpapier-Marktes. Das Kartell sprach sich auch bei anderen Produkten wie Papierservietten oder Taschentüchern ab.

Weil CMPC Tissue mit den Behörden kooperierte, muss nur SCA Chile eine Strafe zahlen. Sie liegt laut FNE bei 15,5 Mio. Dollar. Chiles Präsidentin Michelle Bachelet kündigte an, ein Gesetz zur strikteren Bestrafung von Kartellvergehen schneller auf den Weg bringen zu wollen. (APA, 30.10.2015)

  • Mehr als zehn Jahre lang haben sich die Unternehmen laut Kartellbehörde zu einem Kartell zusammengeschlossen.
    foto: dpa/martin gerten

    Mehr als zehn Jahre lang haben sich die Unternehmen laut Kartellbehörde zu einem Kartell zusammengeschlossen.

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