Schwache Nachfrage sorgt KMU

30. Oktober 2015, 12:16
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Bei heimischen Klein- und Mittelbetrieben schleicht sich Pessimismus ein. Als größtes Risiko nehmen sie mangelnde Konsumenten-Nachfrage wahr

Wien – Die Stimmung bei den heimischen Klein- und Mittelbetrieben war schon einmal besser. Nachfrage, Wettbewerbsdruck sowie Gesundheit und Sicherheit sehen die Betriebe als die größten Risiken an. Das ergab eine aktuelle Studie der Zurich Insurance Group.

Demnach sind die Unternehmen zunehmend um ihre Geschäftschancen besorgt. Als das mit Abstand wichtigste Risiko für die eigene Geschäftsentwicklung nennen vier von zehn KMU die Abnahme der Konsumentennachfrage.

Diese Sorge ist damit in einem Jahr zum größten Unsicherheitsfaktor für 42 Prozent der heimischen Unternehmen geworden. Letztes Jahr waren es nur 28 Prozent, die mangelnde Nachfrage als Risiko einstuften. Weiterhin besorgt bleiben die befragten Betriebe über den hohen Wettbewerbsdruck und die damit verbundenen Dumpingpreise: 39 Prozent sehen hier ein großes Risiko (2014: 38,5 Prozent).

Existenzielle Gefährdung

"Für Klein- und Mittelbetriebe kann eine länger andauernde Phase niedriger Kundennachfrage in Kombination mit Wettbewerbsdruck rasch zu einer existenziellen Gefährdung für das Unternehmen werden. Gleichzeitig bedeutet ein Mangel an Nachfrage, dass die Bereitschaft sinkt, Investitionen zu tätigen", erklärt Kurt Möller, Vorstandsmitglied und verantwortlich für den Bereich Schaden/Unfall bei Zurich in Österreich in einer Aussendung.

Auch die Gesundheit und Sicherheit von Mitarbeitenden und KundInnenen sind bei 26 Prozent der Unternehmen ganz oben auf der Sorgenliste. Im Vergleich zu anderen europäischen Staaten ist der letztgenannte Wert in Österreich besonders hoch.

Pessimismus hinsichtlich neuer Chancen

Was die Chancen betrifft, so hat sich bei den heimischen Unternehmen Pessimismus eingeschlichen: Alle Werte sind gegenüber dem letzten Jahr zurückgegangen. Bei der Frage nach den größten Chancen gaben drei von zehn KMUs die Erschließung neuer Kundensegmente an.

Auch neue Vertriebskanäle, etwa der Handel im Internet (27 Prozent) und die Verbesserung von Personalausstattung und Mitarbeiterqualifikation (26 Prozent) wurden als erfolgsversprechend identifiziert. Überdies sehen die befragten Unternehmen in der Reduzierung von Kosten und Ausgaben Chancen (24 Prozent). (red, 30.10.2015)

Das Marktforschungsunternehmen GfK erhob im Auftrag der Zurich Insurance Group in einer weltweiten Studie die Stimmungslage bei Klein- und Mittelbetrieben. In Österreich wurden insgesamt 200 Unternehmen befragt. Der Fokus lag dabei auf der Erhebung der größten Chancen und Risiken für das eigene Unternehmen.

  • Herbstliche Stimmung nicht nur in der Natur, auch die Stimmung der Unternehmer ist melancholisch.
    foto: apa/berg

    Herbstliche Stimmung nicht nur in der Natur, auch die Stimmung der Unternehmer ist melancholisch.

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