Sharp: Gespräche über Verkauf des LCD-Geschäfts

30. Oktober 2015, 12:07
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Umsatz sank um 3,6 Prozent – Konzern-Chef: Bei LCD-Geschäft in Verhandlungen mit verschiedenen Firmen

Der angeschlagene japanische Elektronikkonzern Sharp hat in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres rote Zahlen geschrieben. Unter dem Strich fiel zwischen April und September ein Fehlbetrag von 83,6 Mrd. Yen (631,9 Mio. Euro) an, gab Sharp bekannt.

Absatzschwäche in China

Der Konzern nannte als Grund die Absatzschwäche in China bei LCD-Bildschirmen für Smartphones. Verhandelt wird über einen Verkauf des LCD-Geschäfts. Operativ belief sich das Minus auf 25,2 Mrd. Yen. Der Umsatz sank zudem um 3,6 Prozent auf 1,28 Billionen Yen.

Für das noch bis zum 31. März 2016 laufende Gesamtgeschäftsjahr rechnet das in Osaka ansässige Unternehmen mit einem Betriebsgewinn von jetzt noch 10 Mrd. Yen, nachdem die Prognose zuvor nach unten korrigiert worden war. Das Geschäftsjahr davor hatte der Konzern noch mit einem Minus von 48 Mrd. Yen abgeschlossen.

Sharp gibt dem Druck der Banken nach und verhandelt über den Verkauf des kriselnden LCD-Geschäfts. "Ich kann keine Namen nennen, aber wir sind derzeit in Verhandlungen mit verschiedenen Unternehmen", sagte Sharp-Chef Kozo Takahashi am Freitag. Wann es zu einem Abschluss komme, könne er nicht sagen. Eine direkte Beteiligung an Sharp sei nicht diskutiert worden, sagte Takahashi.

Banken drängen auf Verkauf

Mehrere Banken drängen Insidern zufolge Sharp zum Verkauf des LCD-Geschäfts. Sharp könne selber nicht genug in die Sparte investieren, um mit seinen Bildschirmen wettbewerbsfähig zu bleiben, hatten mit der Sache vertraute Personen gesagt. Deshalb müsse der Konzern bis zum Jahresende oder spätestens bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres im März einen Partner finden. Denkbar sei der komplette Verkauf oder eines Teils des Geschäfts. Zuletzt war dem Apple-Zulieferer Hon Hai Precision, besser bekannt unter dem Namen Foxconn, ein Interesse nachgesagt worden. Insidern zufolge prüft zudem ein staatlich gestützter Fonds sowohl einen Einstieg bei Sharp als auch die Zusammenlegung der LCD-Sparte mit dem Rivalen Japan Display.

Das Unternehmen ächzt schon länger unter dem harten Preiskampf und der Konkurrenz von Japan Display. Um die LCD-Sparte wieder auf die Beine zu bekommen, beschaffte sich Sharp im Mai Rettungshilfen über 1,7 Mrd. Euro und verpflichtete sich zu einem Sanierungsplan. (APA, 30.10.2015)

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