Mittelalterliche Mikwe in Thüringen entdeckt

29. Oktober 2015, 18:09
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Rituelles Tauchbad kam bei Bauarbeiten zum Vorschein

Erfurt – Deutsche Archäologen haben unter einem Gewölbekeller in der Innenstadt von Schmalkalden (Thüringen) eine mittelalterliche Mikwe entdeckt. Das rituelle jüdische Tauchbad sei wahrscheinlich im späten 17. Jahrhundert aufgegeben worden, dürfte aber schon wesentlich älter sein, teilte das Landesdenkmalamt mit.

Nach mehreren Pogromen und Vertreibungen im Mittelalter durften sich ab 1611 wieder jüdische Familien in Schmalkalden niederlassen. Um 1611 wurde ein jüdischer Friedhof angelegt, 1622 folgte der Bau einer Synagoge. 1938 wurde sie geschändet und zerstört, die letzten jüdischen Bewohner der Stadt wurden von den Nationalsozialisten 1944 deportiert. Seither existiert dort keine jüdische Gemeinde mehr.

Die nun entdeckte Mikwe in der Judengasse liegt in unmittelbarer Nähe zur einstigen Synagoge. Entdeckt wurde sie bei Bauarbeiten der städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Die archäologischen Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen, wie der MDR Thüringen berichtet. (red, APA, 29.10.2015)

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