"Kurier" brachte in e-express-Causa Widerruf auf Titelseite

29. Oktober 2015, 16:48
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Höchstgericht befand in Teilurteil Ehrenbeleidigung und Kreditschändigung

Wien – Der Oberste Gerichtshof hat in einem rechtskräftigen Teilurteil die Tageszeitung "Kurier" wegen der im April und Mai 2011 erfolgten Berichterstattung über den damaligen ÖBB-Caterer e-express zur Unterlassung und Widerruf auf der Titelseite und im Blattinneren verurteilt. Dies teilte die PR-Agentur des Caterers am Donnerstag in einer Aussendung mit. Laut OGH verbreitete der "Kurier" wahrheitswidrig, dass das Cateringunternehmen in den ÖBB-Speisewägen durchgehend abgelaufene Waren oder Waren mit vorgetäuschter Qualität und Herkunft verkauft hatte.

Das Höchstgericht verwies auch darauf, dass bei der Berichterstattung von einer Verletzung der journalistischen Sorgfalt auszugehen sei und hielt weiters grundsätzlich fest, dass die ehrenbeleidigenden und kreditschädigenden Tatsachenbehauptungen des "Kurier" geeignet seien, e-express am Vermögen zu schädigen.

Die Höhe des Schadens werde nun vor dem Handelsgericht Wien neuerlich verhandelt. Faktum sei, dass e-express 2011 durch die "Kurier"-Berichterstattung in seiner wirtschaftlichen Substanz schwer getroffen wurde, teilte das Unternehmen mit. Man habe demnach mit einem Schlag über 30 Millionen Euro an Umsatz verloren und musste Mitarbeiter abbauen. (APA, 29.10.2015)

  • Titelseite des "Kurier" vom 29.10.2015.
    foto: priesching

    Titelseite des "Kurier" vom 29.10.2015.

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