US-Wirtschaft wuchs im Sommer nicht mehr so schnell

29. Oktober 2015, 16:33
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BIP hat im dritten Quartal um 1,5 Prozent zugelegt

Washington – Die Konjunktur in den USA hat sich im Sommer deutlich abgekühlt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Juli bis September auf das Jahr hochgerechnet nur noch um 1,5 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Experten hat mit einem Plus von 1,6 Prozent gerechnet, nachdem die Wirtschaft im Frühjahr noch um 3,9 Prozent gewachsen war.

Als Hauptgrund für die Abschwächung gilt, dass viele Firmen ihre Lager nicht mehr so kräftig aufstockten wie bisher und somit ihre Warenproduktion nicht mehr so deutlich hochfuhren. Der private Konsum, eine tragende Säule der US-Wirtschaft, zog jedoch erneut an. Die Konjunkturdaten gelten als wichtige Orientierungsgröße für die Geldpolitik. Die US-amerikanische Notenbank Fed hielt erst am Mittwoch wieder am Nullzins fest, will aber Ende des Jahres eine Erhöhung prüfen.

Zinswende steht an

Fed-Chefin Janet Yellen will demnächst die Zinswende wagen. Sie macht jedoch zur Bedingung, dass die US-Wirtschaft kräftig genug ist. Darauf deuten zumindest die Daten zum privaten Konsum hin, der in den USA rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung ausmacht. Er legte im Sommer um 3,2 Prozent zu und damit fast so stark wie im Frühjahr, als ein Plus 3,6 Prozent erreicht wurde. "Die Zahlen zeigen, dass die US-Wirtschaft von der Binnen-Nachfrage getragen wird. Generelle Wachstumszweifel sind wohl nicht angebracht", sagte Helaba-Experte Ulrich Wortberg.

An den Aktienmärkten dämmten die Kurse ihre Verluste nach den Daten leicht ein. Der DAX lag nur noch 0,4 Prozent im Minus, nachdem er vor der Veröffentlichung noch 0,6 tiefer notiert hatte. Der Euro präsentierte sich bei 1,0946 Dollar weitgehend stabil. (APA, Reuters, 29.10.2015)

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