Juristen: Burmas Rohingya-Verfolgung ist Völkermord

29. Oktober 2015, 08:58
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Studie der Yale-Universität: Muslimische Minderheit wird verfolgt, vertrieben und ermordet

Bangkok/Rangun – Die muslimische Minderheit der Rohingya wird in der einstigen Militärdiktatur Burma laut einem neuen Bericht mit dem Ziel der Ausrottung systematisch verfolgt. Das erfülle juristisch den Tatbestand des Völkermords, erklärten Studenten und Professoren der renommierten amerikanischen Yale-Universität am Donnerstag in Bangkok.

Sie analysierten die Verfolgung der mehr als eine Million Menschen für die Menschenrechtsorganisation Fortify Rights. Die Organisation forderte eine Untersuchung der Vereinten Nationen. "Rohingya sind existenziell bedroht, und ihre Lage wird immer schlimmer", sagte Fortify-Rights-Direktor Matthew Smith. "Es ist an der Zeit, dass die internationale Gemeinschaft etwas tut."

Mehr als 80 Prozent der 51 Millionen Einwohner Burmas sind Buddhisten. Die überwältigende Mehrheit unterstützt die Diskriminierung der Rohingya. Am 8. November wird in der ersten freien Wahl seit 25 Jahren ein neues Parlament gewählt.

Ziel sei die "Ausrottung"

Nach der Analyse der Yale-Experten entspricht die systematische Verfolgung der Rohingya den gängigen Definitionen von Völkermord. Angehörige der Volksgruppe würden ermordet. Die Lebensbedingungen sowie Heiratsverbote und Vorschriften über die Kinderzahl seien darauf angelegt, die Volksgruppe zu zerstören. Behörden und Politiker zeigten mit ihren Aktionen und Äußerungen, dass sie es auf die "Ausrottung" der Gruppe angelegt haben.

Rohingya leben teils seit vielen Generationen in der Rakhine-Region im Westen des Landes. Diese und Vorgängerregierungen bezeichnen sie als illegale Einwanderer aus dem Nachbarland Bangladesch und verweigern ihnen die Staatsbürgerschaft und Rechte. 2012 kam es zu schweren Unruhen, bei denen buddhistische Mobs unter den Augen der tatenlosen Sicherheitskräfte Rohingya ermordeten und Häuser in Brand steckten. Dutzende Menschen wurden getötet. Die Behörden zwangen 140.000 in Camps, wo es weder genügend Nahrung noch Gesundheitsversorgung gibt. (APA, 29.10.2015)

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