Deutsche Bank streicht 15.000 Stellen

29. Oktober 2015, 10:31
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Mehr als sechs Milliarden Euro Verlust im dritten Quartal, Dividende auch für 2016 gestrichen

Frankfurt – Die Deutsche Bank baut unter ihrem neuen Chef John Cryan ungefähr ein Viertel ihrer Belegschaft ab. Die Umsetzung der neuen "Strategie 2020" werde zum Abbau von rund 9.000 Vollzeit-Arbeitsplätzen im Konzern und von 6.000 Stellen bei externen Dienstleistern führen, teilte Deutschlands größte Bank am Donnerstag mit.

Zusätzlich sei geplant, Beteiligungen mit etwa 20.000 Mitarbeitern über die nächsten 24 Monate abzubauen. Dazu zählt die Tochter Postbank, die über die Börse verkauft werden soll. Aus zehn Ländern zieht sich die Deutsche Bank im Rahmen ihrer Schrumpfkur zurück. Cryan bezeichnet den Jobabbau als keine einfache Aufgabe. "Wir werden diesen Prozess mit großer Sorgfalt und gemeinsam mit unseren Arbeitnehmervertretern angehen."

Das Minus der Bank summierte sich im dritten Quartal auf 6,013 Milliarden Euro, wie die Bank am Donnerstag bekanntgab. Sie hatte mit einem Verlust nach Steuern von bis zu 6,2 Milliarden Euro gerechnet. Erst am Mittwochabend hatte die Deutsche Bank mitgeteilt, dass die Dividende für die Jahre 2015 und 2016 wegen der "Strategie 2020" gestrichen werde.

Strafzahlung in Millionenhöhe

Zugleich wurde bekannt, dass die Deutsche Bank in einem Streit mit den USA um Sanktionsverstöße mindestens 200 Millionen Dollar (180 Millionen Euro) zahlt. Eine entsprechende Einigung werde möglicherweise bereits in der kommenden Woche bekanntgegeben, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Noch sei die Vereinbarung allerdings nicht unter Dach und Fach. Insbesondere die Notenbank Fed verhandle mit der Bank noch über eine Strafzahlung, daher stehe die endgültige Summe nicht fest. Zudem sei die Bank damit noch nicht aus dem Schneider: Die Staatsanwaltschaft werde ihre strafrechtlichen Ermittlungen voraussichtlich fortsetzen, berichtete die Zeitung. Bei dem Streit geht es um Transaktionen für Kunden aus Staaten wie Syrien und dem Iran, gegen die die USA Sanktionen verhängt haben. (APA, Reuters, 29.10.2015)

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