Mordprozess in Klagenfurt: 20 Jahre Haft

28. Oktober 2015, 18:04
7 Postings

Mann hatte vermeintlichen Nebenbuhler mit drei Schüssen in den Kopf getötet – Nicht rechtskräftig

Klagenfurt – Zu 20 Jahren Haft ist am Mittwochabend ein 51-jähriger Kärntner am Landesgericht Klagenfurt verurteilt worden. Der Mann hatte am Allerseelentag 2014 einem 53-jährigen Bekannten seiner Exfreundin auf einem Parkplatz im Norden von Klagenfurt aufgelauert und ihn aus nächster Nähe mit drei Schüssen in den Kopf getötet und war danach 40 Stunden auf der Flucht. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

26 Jahre lang hatte der Täter mit seiner Exfreundin in einer Beziehung gelebt, er hat auch zwei Kinder mit ihr. In den vergangenen Jahren hatte es in der Beziehung aber immer wieder gekriselt. Er unterhielt Beziehungen mit mehreren Frauen, während er auch den Verdacht hatte, dass seine Freundin sich heimlich mit anderen Männern traf. 2013 war die Situation erstmals eskaliert, als der Mann seine Exfreundin mit einem mutmaßlichen Nebenbuhler auf einem Parkplatz sah – er versetzte dem Mann einen Stoß.

"Mach keinen Fehler"

Daraufhin nahmen der Täter und die Frau ihre Beziehung aber wieder auf – bis sie ihm zwei Tage vor der Tat Anfang November 2014 mitteilte, dass sie eine Beziehung mit einem anderen Mann eingehen werde. "Mach keinen Fehler, komm zu mir zurück", lautete der Text eines SMS, das der Angeklagte ihr daraufhin schickte.

Am Tag der Tat nahm er eine seiner Pistolen und zwei Magazine – laut eigener Aussage, weil er sich das Leben nehmen wollte, sollte er seine Exfreundin nicht zurückgewinnen. Am Parkplatz bei Schloss Mageregg im Norden von Klagenfurt sah er daraufhin das Auto seiner Frau stehen. Eine Stunde wartete er, bis das Opfer mit der Exfreundin des Täters zurückkam. Nachdem die Frau aus dem Auto des Opfers ausgestiegen war, stellte sich der 51-Jährige seinem Kontrahenten in den Weg.

Nach einem kurzen Wortgefecht feuerte er drei Schüsse ins Innere des Autos ab – laut Gutachten aus einer Entfernung von weniger als 50 Zentimetern. Danach flüchtete er mit seinem Auto in die Nähe seines Heimatortes, wo er sich bis zum übernächsten Tag versteckt hielt. In einem Telefonat mit seiner Schwester gab er an, wo er sich befand – als er von der Polizei entdeckt wurde, ergab er sich widerstandlos. "Es tut mir von Herzen leid, was passiert ist. Ich möchte mich entschuldigen, vor allem bei den Töchtern des Opfers", sagte der Angeklagte während der Verhandlung.

Staatsanwältin Gabriele Lutschounig sah in der Tat einen "klassischen Eifersuchtsmord", Verteidiger Michael Sommer brachte einige Milderungsgründe vor: Der 51-Jährige sei reumütig geständig, habe sich freiwillig gestellt und weiters an der Tataufklärung mitgewirkt. Außerdem sei er laut Gutachter eingeschränkt zurechnungsfähig gewesen. Milderungsgründe, die Richter Gerhard Pöllinger, der dem Schwurgericht vorsaß, auch im Strafausmaß berücksichtigte. Die Geschworenen entschieden allerdings mit acht zu null Stimmen, dass es sich bei der Tat um einen Mord gehandelt hat.

Die Staatsanwältin gab nach der Urteilsverkündung keine Erklärung ab. Der Verteidiger erbat drei Tage Bedenkzeit. (APA, 28.10.2015)

Share if you care.