Metaller-Einigung: Der Freizeit-Faktor

Kommentar28. Oktober 2015, 18:07
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Mehr Freizeit erhöht die Zufriedenheit und die Beschäftigung

Wie gut, dass im kommenden Jahr die Steuerreform greift. Allein mit der Anpassung ihrer Löhne und Gehälter um 1,5 Prozent, wie sie die "Metaller" am Donnerstag vereinbart haben, käme nach Abzug der Inflation und der kalten Progression wieder ein Minus heraus. Dank der durchschnittlichen steuerlichen Entlastung um 1000 Euro sollte unter dem Strich nun ein Plus stehen.

Was dabei wenig beachtet wird: Die Gegenfinanzierung der Steuerreform wird die Preise antreiben. Um 0,3 Prozentpunkte im kommenden Jahr und 0,2 Prozentpunkte 2017 werden die Anhebung ermäßigter Umsatzsteuersätze oder die Überwälzung der Maßnahmen gegen Betrugsbekämpfung die Inflation erhöhen, schätzt das Wifo.

Doch wichtiger als das eine Zehntelprozent mehr oder weniger in der Geldbörse erscheint ohnehin der Kompromiss bezüglich der Arbeitszeit. Salopp formuliert, erhalten die Beschäftigten der Maschinen- und Metallwarenindustrie künftig bis zu einer gewissen Anzahl an geleisteten Überstunden keine Zuschläge mehr. Sie werden nur ausbezahlt, wenn die Mehrarbeit bis zum Jahresende durch kürzere Arbeitszeiten nicht ausgeglichen wird. Zudem können die Arbeitnehmer zugunsten von mehr freien Tagen auf die Lohnerhöhung verzichten. Das hat für Menschen Charme, die mehr Zeit mit ihrer Familie, ihren Freunden oder Büchern verbringen wollen. Davon haben alle etwas: Mehr Freizeit erhöht die Zufriedenheit und die Beschäftigung. (Andreas Schnauder, 28.10.2015)

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