Mondflug: Reine Frauen-Crew beginnt Simulationstraining

28. Oktober 2015, 16:17
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Moskauer Institut für biomedizinische Probleme startete ein Nachfolgeprojekt zu "Mars500"

Moskau – Mit Walentina Tereschkowa hatte die Sowjetunion 1963 die erste Frau in den Weltraum entsandt. Danach wurde das Kosmonautenprogramm zu einer fast ausschließlich männlichen Angelegenheit. Auf die Pionierin Tereschkowa folgten bis zum vergangenen Jahr nur noch drei weitere Kosmonautinnen.

Auch die Teilnehmer am 2010 bis 2011 durchgeführten Langzeitprojekt "Mars500", mit dem die Bedingungen eines Marsflugs simuliert werden sollten, waren ausschließlich Männer. Das Moskauer Institut für biomedizinische Probleme, das das aufsehenerregende Experiment durchgeführt hatte, legt nun aber mit einem Projekt nach, an dem ausschließlich Frauen teilnehmen.

Sechs Frauen in Isolation

Simuliert wird diesmal ein Mondflug, deshalb dauert das Experiment nur acht Tage. Ansonsten ist es von der Anlage her recht ähnlich: Sechs Russinnen bestiegen im Institut einen versiegelten Trakt, um zu testen, wie sie auf acht Tage vollständiger Isolation reagieren werden. Institutsleiter Igor Uschakow sprach von einem psychologisch interessanten Versuch.

Zu den freiwilligen 'Kosmonautinnen' gehören Wissenschafterinnen, eine Ärztin und eine Psychologin. Während ihres simulierten Mondflugs sollen sie zehn psychologische und humanbiologische Tests absolvieren. Teamleiterin Jelena Luschnizkaja sagte, sie gehe davon aus, dass sie und ihre gut ausgebildeten Kolleginnen mit schwierigen Situationen umzugehen wissen. (red, APA, 28. 10. 2015)

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