"Steirerkrone": Zweiter Rückzug in fünf Jahren

28. Oktober 2015, 16:10
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Personelle Konsequenzen nach Beschwerden beim Presserat zuletzt 2013 bei "Heute" – Hubertus Czernin musste das "Profil" 1996 verlassen

Wien – Dass der Rückzug Christoph Birós, Chefredakteur der Steirerkrone, nach einem hetzerischen Kommentar mit der mahnenden Existenz des Presserats zu tun haben könnte, will dessen Geschäftsführer Alexander Warzilek nicht kommentieren: "Könnte man so deuten", bleibt Warzilek bescheiden. "Wir versuchen unsere Arbeit zu machen."

Zum zweiten Mal in der fünfjährigen Geschichte des neuen Presserats kommt es zu personellen Konsequenzen nach einem Fehltritt in Printmedien: 2013 wurde ein Heute-Redakteur nach einer Rüge des Presserats suspendiert: 66 Leserinnen und Leser beanstandeten einen Artikel im Gratisblatt über einen Muslim, der aus einem Land komme, "wo das Gesäß beim Beten höher ist als der Kopf".

Czernin-Kündigung wegen Vranitzky 1996

Damit rangiert dieser Artikel auf Platz zwei der Liste des Rats mit den meisten Beschwerden, gleich hinter jenen 180 zum unverpixelten Foto von Leichen in einem Bus auf der A4 in der Krone. Das Urteil dazu fällte der Senat am Mittwoch, veröffentlicht werden soll es in zwei Wochen.

Der aufsehenerregendste Rücktritt in der Geschichte des Presserats datiert aus dem Jahr 1996. Eine Montage, die Bundeskanzler Franz Vranitzky nackt auf dem Profil-Cover zeigte, sorgte für eine Beschwerdeflut. Trotz Protesten der Redaktion, der Grünen, Liberalen und Freiheitlichen wurde dem Herausgeber Hubertus Czernin schließlich gekündigt. (prie, 29.10.2015)

  • Wegen dieses Covers musste 1996 "Profil"-Herausgeber Hubertus Czernin gehen. Personelle Konsequenzen nach Fehltritten österreichischer Medien sind eher selten.

    Wegen dieses Covers musste 1996 "Profil"-Herausgeber Hubertus Czernin gehen. Personelle Konsequenzen nach Fehltritten österreichischer Medien sind eher selten.

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