René Benko als Pizzaflitzer

3. November 2015, 15:30
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Im Test: Der Großinvestor will das schnellste Slow Food Italiens auch nach Österreich bringen

René Benko bringt Eataly nach Wien, den vom Start 2007 in Turin weltgrößten Supermarkt für nachhaltiges italienisches Essen, Trinken und Genießen, Fast Slow Food, wenn man so will. Und wenn Schmeck's schon gerade auf herbstlicher Exkursion nach Turin und Umgebung ist, schauen wir doch wieder einmal vorbei für einen kleinen Lokalaugenschein in Lingotto.

Was kommt denn da? Lange Tresenmeilen vor Fach-Kombüsen für Pasta und Pizza, für Fisch, für Fleisch und für Gmias, ansehnliche Meerestier-Menüs, Fleisch- und Fleischfreiportionen, allesamt nach traditionsbewussten Rezepten und aus regionalen Zutaten – das nicht so kleine Italien hier als Region zu begreifen, hilft natürlich bei der Definition.

Wir schlagen bei Pasta und Pizza auf, und enthalten uns gröberer Originalität. Eine bodenständige Tagespasta oder eine aus dem Meer gibt es hier stets, die mit Kaninchen wird's.

Kaninchen-Nudeln

Sieht jetzt nicht übermäßig spektakulär aus und könnte – rein optisch – mit etwas mehr optischem Firlefanz und länglicher Schüssel womöglich auch bei Vapiano entstanden sein, ist aber wirklich, wirklich gut.

Und nicht nur gut, weil wir grad am Vortag ein hundstrockenes, verzimtetes Kaninchen stehen ließen, in einem Lokal, in dem angeblich einst das Slow-Food-Manifest verfasst wurde. Dann lieber gleich den Slow-Food-Supermarkt.

Im Übrigen zog's uns an diesem Mittag recht nachhaltig zur Büffelmilch, scheint mir:

foto: harald fidler
Bufala 1

Penne mit einem ebenso schmucken wie schmeckenden, herrlich flüssigen Mozzarella-Gnubbel und Basilikum, quasi die Margherita unter den Paste. Und wenn wir schon dabei sind, auch gleich die teigige Ausgabe:

foto: harald fidler
Bufala 2

Nun wird die Flade hier nach meiner Erinnerung auch praktisch mit Echtheitszertifikat ausgewiesen, aber ich Universalbanause hatte einen kleinen Einwand.

Vielleicht auch nur, weil ich mich so sehr an die Margherita del Re der Riva in der Wiener Schlickgasse gewöhnt habe mit ihrem meist sehr luftigen, dicken Rand: Mir schien mein Exemplar im Eataly ein bisschen gar knusprig-fest. Aber noch derbeiß ich's ja, und am Geschmack: kein Einwand.

Kurzum: Kann Herr Benko gern nach Wien bringen. Vielleicht kann er's ja ein bisschen gründlicher nachhaltig ausführen lassen als manches Gebäude hier. (Harald Fidler, 3.11.2015)

Link

Eataly in Lingotto/Turin (Deutsche und Österreicher müssen leider draußen bleiben) –die Bufala Bill lag mit einer Flasche Wasser bei rund 30 Euro für drei Gerichte.

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