Wien: Einladung für Iran "Zeichen der Vernunft"

28. Oktober 2015, 10:53
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Regierung in Teheran erwägt Teilnahme – Westen will Russland in Wien von Fassbomben-Ächtung überzeugen

Teheran/Wien – Die erstmalige Einladung des Irans zu Friedensverhandlungen für Syrien ist aus Sicht der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA ein "erstes Zeichen der Vernunft". Und Vernunft sei der Schlüssel zu einer Lösung, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Leitartikel der Staatsagentur. Man erwäge die Teilnahme an der Wiener Konferenz, hieß es laut der Nachrichtenagentur Fars.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow besprach zuvor am Mittwoch telefonisch eine Teilnahme seines iranischen Amtskollegen Mohammad Javad Zarif an dem Treffen, hieß es in Moskau. Die beiden Chefdiplomaten telefonierten bereits am Dienstag miteinander.

Rund 4,2 Millionen Syrer sind nach Angaben der Vereinten Nationen aus dem Bürgerkriegsland geflüchtet. Die Syrien-Konferenz ist am Donnerstag und Freitag in Wien geplant. Es wäre das erste Mal, dass US-Außenminister John Kerry mit iranischen Vertretern über ein anderes Thema als den Atomkonflikt verhandeln würde.

Während des Wiener Treffens will der Westen nach US-Medienberichten die UN-Vetomacht Russland unter anderem davon überzeugen, einer Resolution des UN-Sicherheitsrats zuzustimmen, die dem syrischen Regime beispielsweise den Einsatz der international geächteten Fassbomben verbietet.

Fassbomben sind mit Metallteilen und Sprengstoff gefüllte Behälter. Wegen ihrer Streuwirkung richten sie in dicht bevölkerten Wohngebieten besonders großen Schaden an. Zweites Thema soll demnach ein Fahrplan für einen politischen Übergang in Syrien sein. (APA, 28.10.2015)

  • Irans Außenminister Zarif (rechts) mit dem deutschen Außenamtschef Steinmeier.
    foto: epa / abedin taherkenareh

    Irans Außenminister Zarif (rechts) mit dem deutschen Außenamtschef Steinmeier.

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