Schlaganfall: Immer mehr unter 45-Jährige

28. Oktober 2015, 10:07
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Schlaganfälle sollten niemals als "Schlagerl" bagatellisiert werden – der FAST-Test leistet wertvolle Hilfestellung

Niemand ist auf ein lebensgefährliches Ereignis wie einen Schlaganfall gefasst. Schon gar nicht mit Mitte 40. Alarmsignale wie eine halbseitige Schwäche, (bei 50 Prozent), gefolgt von halbseitigen Taubheitsgefühlen (35 Prozent) und unterschiedlichen Sehstörungen werden oft gar nicht als gefährlich erkannt. 18 Prozent erleiden darüber hinaus Sprachstörungen.

23.000 Menschen erleiden pro Jahr in Österreich einen Schlaganfall. Immer mehr Patienten sind unter 45 Jahre alt. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) behält durch die Durchblutungsstörung bzw. Blutung des Gehirns eine bleibende Behinderung zurück. Innerhalb von maximal viereinhalb Stunden ließen sich in den meisten Fällen Folgeschäden vermeiden.

Erfahrung des Rettungsdiensts

Eine neue Kampagne des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASBÖ) will die Bevölkerung anlässlich des Welttags des Schlaganfalls am 29. Oktober sensibilisieren. Professionelle Therapien innerhalb von 90 Minuten können meist Gröberes verhindern. "Jede Minute zählt", mahnte Schulungsleiter Jürgen Grassl.

Österreichs zweitgrößter Rettungs- und Krankendienst setzt auf Früherkennung, Erste Hilfe und auch die Verständigung der Rettung. Grundsätzlich gelte: "Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall", so ASBÖ-Geschäftsführer Reinhard Hundsmüller. "Im Zweifelsfall immer 144 wählen". Und zwar sofort.

Nicht selten wird ganz bewusst abgewartet, sobald die Akut-Situation vorüber ist. Versäumnisse können aber oft nicht mehr aufgeholt werden. Verzögerungen führen meist zu einem irreparablem Absterben von Gewebe bzw. Nervenzellen des Gehirns. "Time is Brain" bringt es der Wiener Neurologe Wilfried Lang auf den Punkt. (red, 28.10.2015)

FAST-Test zur Schlaganfall-Früherkennung

Symptome eines Schlaganfalls sind häufig Sehstörungen, Sprach- und Sprachverständnisstörungen, Lähmungen und Taubheitsgefühle, Schwindel, Unsicherheit beim Gehen und starkes Kopfweh. Innerhalb weniger Sekunden lassen sich die wichtigsten dieser Anzeichen mit dem sogenannten FAST-Test überprüfen. Die Abkürzung steht für Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit):

Face: Bitten Sie die Person zu lächeln. Ist das Gesicht einseitig verzogen, deutet es auf eine Halbseitenlähmung hin.

Arms: Bitten Sie die Person, die Arme nach vorn zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, sie sinken ab oder drehen sich.

Speech: Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt wahrscheinlich eine Sprachstörung vor.

Time: Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute, um Leben zu retten oder bleibende Behinderungen zu vermeiden. Rufen Sie die Rettung.


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