Wolfsburg bei 1:3 gegen Bayern überfordert

27. Oktober 2015, 22:31
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Bestens aufgelegte Münchner entscheiden Zweitrunden-Schlager in den ersten 30 Minuten – starker Alaba legt Müller zwei Tore auf

Wolfsburg – In allen Belangen überlegene Bayern bezwangen am Dienstag in der zweiten Runde des DFB-Pokals Titelträger Wolfsburg ganz klar mit 3:1 (3:0) und tanzen dank der Treffer von Douglas Costa (11.) und Thomas Müller (20./34.) weiter auf drei Hochzeiten. André Schürrle konnte in der 90. Minute nur noch Ergebniskosmetik für die Gastgeber betreiben.

Vor 30.000 Zuschauern in der ausverkauften VfL-Arena mussten die Wolfsburger schon vor dem Anpfiff den ersten Rückschlag hinnehmen. Nationalspieler Max Kruse, zuletzt Torschütze vom Dienst, fiel angeschlagen aus. Daniel Caligiuri rückte in die Startelf, Julian Draxler übernahm Kruses Rolle im zentralen Mittelfeld.

Die Bayern begann extrem dominant und schnürten die überforderten Gastgeber in deren Hälfte ein. Vor allem über links durchbrachen die Gäste bei ihrer Lehrstunde mit Kingsley Coman und David Alaba immer wieder den Wolfsburger Abwehrriegel, der eigentlich keiner war.

Tore waren nur eine Frage der Zeit. In der 15. Minute schlug es dann erstmals hinter Diego Benaglio ein. Costa setzte sich im Mittelfeld ab und haute aus 20 Metern drauf – der Ball zappelte im Netz. Kurz darauf erhöhte der völlig ungedeckte Müller mit einem präzisen Schuss aus dem Rückraum zum 2:0. Ähnlich fiel das 3:0. Wieder war Müller nach einer Flanke von Alaba mit einem Rechtsschuss zur Stelle. Nach einer halben Stunde war der angebliche Schlager entschieden. Wolfsburg konnte von Glück reden, dass das Ergebnis nicht noch viel deutlicher ausfiel.

Bayern-Coach Pep Guardiola hatte im Vergleich zum Ligaspiel gegen den 1. FC Köln (4:0) in Javier Martinez, Xabi Alonso und Thiago drei Spanier in die Startelf beordert. Arjen Robben blieb zunächst nur auf der Bank und kam später für Coman. Xabi Alonso und Thiago zogen im defensiven Mittelfeld die Fäden, Costa ließ sich immer wieder zurückfallen und blieb mit seiner Schusstechnik eine große Gefahr.

Nach der Pause nahmen sich die Bayern deutlich zurück, der Rekord-Cupsieger (17 Titel) kontrollierte das Geschehen aber weiterhin mühelos.

Schwache Bullen, Treffer von Okotie und Burgstaller

Eine Blamage setzte es für RB Leipzig. Der ambitionierte Zweitligist unterlag beim Viertligisten SpVgg Unterhaching völlig verdient mit 0:3 (0:2). Leipzig-Trainer Ralf Rangnick hatte seine Mannschaft durcheinandergewürfelt. Georg Teigl und Stefan Ilsanker spielten durch, Marcel Sabitzer wurde in der Pause eingewechselt.

Unterhaching hatte in der ersten Runde mit dem von Ralph Hasenhüttl betreuten FC Ingolstadt bereits einen Bundesligisten ausgeschaltet. Nur noch 11 von 18 Klubs aus der höchsten Spielklasse sind vertreten. In einem direkten Duell behielt Aufsteiger SV Darmstadt ohne den verletzten György Garics gegen Hannover 96 mit 2:1 die Oberhand.

Rubin Okotie köpfelte 1860 München ins Achtelfinale. Der eingewechselte 28-Jährige erzielte beim Überraschungssieg des kriselnden Zweitligisten beim Bundesligisten FSV Mainz 05 das entscheidende 2:1 (77.). Mit Eintracht Frankfurt verabschiedete sich ein weiterer Erstligist gegen den drittklassigen Erzgebirge Aue (0:1).

Mit der Einwechslung von Okotie für Landsmann Michael Liendl beim Stand von 0:1 kam der Umschwung (70.). Sein ÖFB-Teamkollege Julian Baumgartlinger spielte auf Seiten der Mainzer, deren Schlussoffensive erfolglos blieb, als Kapitän durch.

Starke Leistungen brachten Guido Burgstaller und Alessandro Schöpf beim 5:1-Kantersieg des 1. FC Nürnberg gegen Fortuna Düsseldorf. Burgstaller stellte mit seinem siebenten Pflichtspieltor auf 1:0 (10.), leistete danach noch zwei Assists (43., 69.). Auch U21-Teamspieler Schöpf bereitete zwei Treffer vor (17., 41.). Nürnbergs dritter Österreicher, Georg Margreitter, spielte in der Innenverteidigung durch. (sid/red, 27.10. 2015)

  • Wolfsburg-Trainer Dieter Hecking konnte nicht gefallen, was er sah.
    foto: reuters/bimmer

    Wolfsburg-Trainer Dieter Hecking konnte nicht gefallen, was er sah.

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