Soriano, Salzburgs Lebensversicherung

27. Oktober 2015, 20:53
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Spanier egalisiert 0:2-Rückstand des Titelverteidigers gegen Ried, Endstand nach späten Treffern 4:2 – Sturm in Ebreichsdorf glücklich

Salzburg – Auch ein 0:2-Rückstand gegen die SV Ried hat den Viertelfinaleinzug von Titelverteidiger Salzburg im ÖFB-Cup nicht verhindert. Der Double-Gewinner feierte am Dienstag zum Auftakt des Achtelfinales auch dank zweier Tore Jonatan Sorianos noch einen verdienten 4:2 (1:2)-Heimsieg und ist damit ebenso weiter wie die Bundesliga-Konkurrenten Sturm Graz und Admira Wacker.

Die Steirer mühten sich bei Regionalligist Ebreichsdorf dank eines Doppelschlags von Josep Tadic im Finish zu einem 3:2 (1:0)-Erfolg, die Admira kam bei Landesligist Lankowitz über ein 1:0 (1:0) nicht hinaus. Wesentlich souveräner fiel der 4:0 (2:0)-Erfolg von Erstligist St. Pölten bei Stadlau (Regionalliga) aus.

Salzburg, im Vergleich zu den jüngsten Ligaauftritten an fünf Positionen verändert (Torhüter Stankovic, Hinteregger, Sörensen, Lainer, Reyna rückten in die Elf), erwischte vor gerade 4.000 Zuschauern in Wals-Siezenheim einen Horrorstart. Oliver Kragls Elfer nach Sorianos Handspiel in der fünften bzw. Manuel Gavilans schön abgeschlossener Konter samt Hinteregger-Patzer in der elften Minute bedeuteten ruckzuck einen 0:2-Rückstand.

Im Gegensatz zum Liga-Duell drei Tage zuvor, steigerte sich Salzburg diesmal mit Fortdauer der Partie. So war nach gut einer halben Stunde Soriano nach einer Ecke per Kopf zur Stelle (31.) und war auch nach dem Seitenwechsel kaum zu bremsen. Alleine Ried-Goalie Gebauer musste zweimal in höchster Not gegen den Spanier parieren (49., 55.), auch einen Versuch von Minamino konnte er entschärfen (67.). In der 71. Minute schlug Soriano aber neuerlich zu.

Im Finish gab der Goalgetter mit einem Stangenschuss den unfreiwilligen Assist für Valon Berisha, der den Abpraller zur erstmaligen Führung verwertete (88.). In der Nachspielzeit durfte sich auch noch Naby Keita in die Torschützenliste eintragen (95.).

Turbulentes Finale in Ebreichsdorf

Sturm Graz dominierte das Spiel vor rund 1.500 Zuschauern in Ebreichsdorf zwar, scheiterte aber immer wieder an eigenem Unvermögen im Abschluss. Immerhin brachte Thorsten Schick den Bundesligisten in der 18. Minute in Führung, doch der engagiert auftretende Regionalligist hielt die Partie bis zur Schlussphase offen.

Und die hatte viel Dramatik zu bieten. Erst spielte Christoph Monschein nach einem Konter Tanju Kayhan und Wilson Kamavuaka aus und schoss zum Ausgleich ein (73.). Tadic brachte die Gäste in der 83. Minute neuerlich in Front, nur um quasi im Gegenzug durch Miodrag Vukajlovic (84.) das 2:2 zu kassieren. Erst in der 89. Minute erlöste Tadic mit dem 3:2 die Gäste.

Souveräner SKN, minimalistische Admira

St. Pölten übernahm auf dem Platz des Wiener Sportklubs – Stadlaus Heimstätte kam wegen des fehlenden Flutlichts nicht infrage – rasch das Kommando. Hartl schlug bereits in der 6. Minute erstmals zu, neun Minuten später war der in der internen Torschützenliste voran liegende Rechtsaußen nach einem Segovia-Lochpass ein weiteres Mal erfolgreich.

Stadlau, das im Sechzehntelfinale Austria Klagenfurt mit 2:1 n.V. eliminiert hatte, war nach dem Blitzstart des Cup-Finalisten von 2014 einigermaßen bedient. Michael Ambichl per Freistoß (63.) und Daniel Segovia (88.) legten für St. Pölten bis zum Schlusspfiff weiter nach.

Die Admira schaltete mit dem FC Lankowitz den letzten Vertreter im Bewerb vertretenen Landesligisten aus. Den einzigen Treffer der Partie erzielte Linksverteidiger Stephan Zwierschitz in der 16. Minute per Kopf nach einem Eckball. Die von Routinier Robert Pflug – von August 2005 bis Februar 2006 Cheftrainer der Admira – betreuten Steirer kämpften vergeblich um den Ausgleichstreffer.

LASK schaltet Wacker aus

Im Abendspiel setzte sich der LASK am Innsbrucker Tivoli gegen Erstliga-Tabellenführer Wacker mit 2:0 durch. Die Tore für die Linzer erzielten Nikola Dovedan (20.) und Rene Gartler (38.).

Die Gastgeber, die mit Alexander Hauser, Thomas Pichlmann, Alexander Riemann, Jürgen Säumel, Christian Deutschmann, Manuel Micic und Christoph Reiter gleich sieben Stammspieler verletzt vorgeben mussten, begannen zwar überfallsartig scheiterten jedoch zweimal an Torhüter Pavao Pervan.

Ab der 15. Minute kamen Linzer besser ins Spiel, erhöhten den Druck und gingen prompt in Führung. Bei einem abgefälschten Dovedan-Freistoß hatte Wacker-Goalie Pascal Grünwald keine Chance. Wenig später wurde er von Gartler aus spitzem Winkel gefühlvoll überhoben.

Nach der Pause verflachte die Partie vor nur 2.254 Zuschauern. Der LASK beschränkte sich darauf, das Ergebnis zu verwalten. Innsbruck fehlte jegliche Durchschlagskraft. (APA/red, 27.10. 2015)

Ergebnisse, ÖFB-Cup-Achtelfinale:

FC Red Bull Salzburg – SV Ried 4:2 (1:2). Red-Bull-Arena, 3.911, SR Harkam.

Tore: Soriano (31., 72.), Berisha (88.), Keita (95.) bzw. Kragl (5./Handselfer), Gavilan (11.)

Salzburg: Stankovic – Lainer, Sörensen, Hinteregger, Ulmer – Minamino (68. Nielsen), Schmitz, Keita, Berisha – Soriano, Reyna (79. Mukhtar)

Ried: Gebauer – Antonitsch, Reifeltshammer, Filipovic – Bergmann, Hart, Polverino, Trauner, Kragl (63. Janeczek) – Gavilan (71. Kreuzer), Möschl (75. Murg)

FC Stadlau (Regionalliga Ost) – SKN St. Pölten 0:4 (0:2). Wien, Sportclub-Platz, SR Trattnig.

Tore: Hartl (6., 15.), Ambichl (63.), Segovia (88.)

ASK Ebreichsdorf (Regionalliga Ost) – SK Sturm Graz 2:3 (0:1). Ebreichsdorf, 1.500, SR Muckenhammer.

Tore: Monschein (73.), Vukajlovic (84.) bzw. Schick (18.), Tadic (83., 89.)

FC Lankowitz (Landesliga) – FC Admira Wacker Mödling 0:1 (0:1). Maria Lankowitz, 1.750, SR Weinberger.

Tor: Zwierschitz (16.)

Wacker Innsbruck – LASK Linz 0:2 (0:2). Tivoli-Stadion, 2.254, SR Schörgenhofer.

Tore: Dovedan (21.), Gartler (38.)

Viertelfinale am 9./10. Februar 2016 (Auslosung am 8. November)

Stimmen:

Peter Zeidler (Salzbur-Trainer): "Es war ein unglaubliches Szenario. Man hat deutlich gesehen, dass ich die Mannschaft auf mehreren Positionen gewechselt habe. Es war ein gewisses Risiko, es ist gutgegangen. Ich hatte mich aber bereits auf eine Verlängerung eingestellt, da der Gegner vor allem gegenüber Samstag noch geschickter agiert hat, vor allem auch taktisch. Man hat deutlich gesehen, dass es noch an Vielem zu arbeiten gibt. Vor allem müssen wir geschlossener spielen, denn nicht immer geht so etwas gut wie heute."

Paul Gludovatz (Ried-Trainer): "Wir haben einen qualitativ höhergestellten Gegner in Schwierigkeiten gebracht. Wir haben sie heute wirklich gefordert. Meine Mannschaft hat im Rahmen ihrer Möglichkeiten agiert, sehr gut dagegengehalten. Trotz der 2:0-Führung habe ich wesentliche Unterschiede erkannt, beim dritten Tor hätten wir einfach ein taktisches Foul begehen müssen."

  • Am Samstag erzielte Jonatan Soriano gegen Ried seinen 100. Bundesliga-Treffer, am Dienstag legte er im Cup noch zwei Goals nach.
    foto: apa/gindl

    Am Samstag erzielte Jonatan Soriano gegen Ried seinen 100. Bundesliga-Treffer, am Dienstag legte er im Cup noch zwei Goals nach.

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