"Ein Glas Zeit": Zum Spielen zu viel zu tun

Rezension28. Oktober 2015, 10:37
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Das Buch von Anna Schindler und Billy Bock erzählt vom Umgang mit einem raren Gut in vielen Familien: Zeit

Wenn es ein Gut in Familien gibt, das rar ist, dann ist es Zeit. Meist arbeiten die Eltern, dann ist da der Haushalt mit all seinen Fransen: putzen, kochen, einkaufen. Abends sind die Erwachsenen ermattet, zum Spielen ist es oft zu spät. Bleiben das Wochenende und gute Vorsätze. Anna Schindler und Billy Bock schreiben in ihrem Bilderbuch genau darüber. "Ein Glas Zeit" handelt von Zoe, die jemanden zum Spielen sucht. Ihre Schwester muss Hausübung machen, ihr Bruder will Musik hören. Auch die Eltern lassen aus.

Herr Alfred hat Zeit

Zoe geht in den Park, wo sie auf Herrn Alfred trifft. Der Pensionist hat das, was sie so dringend sucht: Zeit. "Ja, mein Kind, so ist das. Für die einen ist ein Tag immer zu kurz, für die anderen dauert er sehr, sehr lange", sagt Alfred – und gibt ihr ein Glas Zeit mit. Die Geschichte wird schnörkellos erzählt, die Illustrationen sind unaufgeregt. Dass der Trick funktioniert und alle auf einmal mit Zoe spielen, versteht sich von selbst. So sollte es im richtigen Leben auch sein. Insofern ist dies für die Eltern ein Schlechtes-Gewissen-Buch. Es funktioniert. (Peter Mayr, 28.10.2015)

  • Anna Schindler, Billy BockEin Glas ZeitOetinger-Verlag 201532 Seiten, 13,40 Euro
    foto: oetinger-verlag

    Anna Schindler, Billy Bock
    Ein Glas Zeit

    Oetinger-Verlag 2015
    32 Seiten, 13,40 Euro

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