"Assassin’s Creed Syndicate": Scharfe Kritik an "sexistischem Cover"

27. Oktober 2015, 12:02
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Forbes: "Es ist ein Beispiel dafür, wie Sexismus in der Videospielindustrie funktioniert"

Die Wirtschaftszeitung Forbes hat in einem Artikel scharfe Kritik an dem Spiele-Cover des vergangene Woche erschienenen Action-Adventures "Assassin's Creed Syndicate" geübt. Moniert wird die ungleiche Präsentation der im Spiel eigentlich ebenbürtigen Protagonisten – Jacob und Evie Frye. Auf dem Artwork steht allerdings klar der männliche Charakter im Vordergrund, während der weibliche Charakter wie eine Nebendarstellerin in den Hintergrund gestellt wurde.

"Es gibt ein Problem mit diesem Bild. Es ist ein Beispiel dafür, wie Sexismus in der Videospielindustrie funktioniert", heißt es in dem Kommentar.

Eine Geldfrage

"Wenn es um Videospiele geht – und leider auch bei vielen anderen Unterhaltungsformen – setzen manche Menschen Sex zu schnell Sexismus gleich oder Sexiness mit Wunscherfüllung. Andererseits gibt es Zeiten, in denen ein großer Spielherausgeber etwas tut, das einfach sexistisch ist, wie dieses Werk", so die Kritik.

Doch wie komme Ubisoft dazu, den irreführenden Eindruck zu vermitteln, der männliche Protagonist spiele eine wichtigere Rolle, als der sein weibliches Pendant? "Es ist ganz einfach: Es ist der Sexismus der Ökonomie. Es ist das kalte und harte Kalkül der Marketingleute von Ubisoft, wonach ein Mann auf dem Cover eines Spiels besser verkaufen wird, als ein Game mit einem Mann und einer Frau", schreibt der Autor.

Kreativ gedrosselt

Damit sei nicht gesagt, dass Ubisofts verantwortliche Mitarbeiter per se Sexisten seien, doch es sei schade, dass sich der wirtschaftliche Gedanke und der daraus resultierende Sexismus vor die Entscheidung der Entwickler drängt, erstmals in einem Hauptwerk der langjährigen Serie eine ebenbürtige Protagonistin zu etablieren.

Es ist nicht das erste Beispiel für ökonomisch motivierten Sexismus in der Branche. Wie beispielsweise der französische Hersteller Dotnod 2013 bekannt gab, lehnten mehrere Publisher den Vertrieb des Spiels "Remember Me" ab, mit der Begründung, dass sich eine Heldin nicht so gut verkaufe, wie ein männlicher Protagonist. (zw, 27.10.2015)

  • Artikelbild
    foto: assassin's creed syndicate
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