Audi A4: Der Avant startet knapp nach der Limousine

Ansichtssache28. Oktober 2015, 12:07
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Dieses ist der zweite Streich, der dem ersten folgt sogleich. Und das ist gut so, denn der Großteil der Audi-A4-Kunden entscheidet sich für einen Avant

foto: audi

Die Limousine wurde gleich nach der IAA in Venedig präsentiert, da schaukelten sich die Wogen des VW-Abgas-Eklats gerade auf. Und obwohl es die neuen Selbstzünder gar nicht betrifft (die Benziner sowieso nicht), druckst man um dieses Kapitel derzeit eher herum.

Nun – mit dem zweiten Streich, dem Avant – in Marseille angekommen, haken wir deshalb das Kapitel mit nüchterner Basisinformation ab: Zum Auftakt kommt der Kombi mit zwei Benzinern und drei Dieselaggregaten auf den Markt, allesamt (auch real) deutlich stärker und sparsamer und 150 bis 272 PS stark. Ende 2016 folgt eine Erdgasversion (g-tron) mit 170 PS, und das obere Ende des Leistungsspektrums markiert dann vorerst, ebenfalls gegen Ende 2016, der S4 Avant mit 354 PS.

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Wenn sich in Österreich 80 Prozent aller A4-Kunden für einen Avant entscheiden und in Europa auch eine deutliche Mehrheit, liegt das an seinen vielfältigen Talenten. Da kriegt man ein Auto mit hohem Alltagsnutzen, das auch noch gut aussieht. Praktisch, flexibel, variabel wie ein SUV, nur halt eben nicht dieser Kategorie zugehörig; eine Art Gegenentwurf für SUV-Verächter (wenngleich chronologisch gesehen älter), deren es weiterhin etliche geben soll.

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Seit Kombis keine klapprigen Kisten mehr sind und Maler-, Tapezierer- oder sonstiges Handwerkerzeugs befördern müssen (diese Aufgaben haben inzwischen andere übernommen, Kangoo und Konsorten), was auch schon wieder ein Weilchen her ist, haben sie sich kontinuierlich zu Lifestyle-Typen weiterentwickelt. Mit mal mehr, mal weniger Abstrichen bei Kofferraum und Bedienfreundlichkeit (der Audi findet da ein ausbalanciertes Mittelmaß), um ja die stilistischen Qualitäten zu betonen. Und in der Premiumliga, in der der A4 Avant spielt, wurde die Ausstaffierung bald so nobel, mit Veloursteppichen und/oder schickem Textil, dass man sich scheut, auch nur die von der Herbstwanderung dreckigen Treckingschuhe hinten reinzustellen.

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Wenn Audi von wegweisender Synthese aus Technologie und Ästhetik spricht, so ist das vermutlich in Richtung "Weg" gemeint und nicht "hinweg". Jedenfalls, für allfällige unsaubere Attacken gibt's in der wie gewohnt langen Aufpreisliste zum Beispiel eine variabel faltbare Matte zum Schutz der Ladefläche, womit dieses Problem bereinigt und der Schmutz in dem Fall dann weg-gewiesen wäre.

Damit auch sonst nichts herumkugelt im Kofferraum, steht über das optionale Ablage- und Gepäckraumpaket eine nachgerade vorbildliche Auswahl an Hilfsmitteln zur Verfügung: Netze, Spannbänder, ein Schienensystem mit zugehörigem Fixierset (Teleskopstange, Gurte, verschiebbare Ösen). Und vor kratzbrüstigen Lademeistern schützt eine Ladekantenabdeckung aus Edelstahl.

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Edel fiel vorhin als Stichwort. So geht's im Innenraum zu, wobei zu dem bereits aus der Limo abgespeicherten Eindruck wenig hinzuzufügen ist. Nochmal erwähnt seien aber die komplett neu entwickelten Fahrwerke, die auch den Kombi – in beiden Versionen und mit Frontantrieb wie Allrad – zum wahren Genussvehikel machen.

Obwohl optisch reichlich nahe am Vorgänger, ist der A4 ein radikal neues Auto. Nach dem Q7 ist er die erste Baureihe, die auf der zweiten Generation des modularen Längsbaukastens steht. Und von der darf man sich noch einiges erwarten. (Andreas Stockinger, 28.10.2015)

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Audi

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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