Kiew-Wahl: Trotz guten Ergebnisses muss Klitschko in zweite Runde

26. Oktober 2015, 12:03
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Offizielle Ergebnisse erst in kommender Woche erwartet – Stichwahl am 15. November

Kiew – Bei der Bürgermeisterwahl in der ukrainischen Hauptstadt Kiew muss Amtsinhaber Vitali Klitschko in eine zweite Runde. Nachwahlbefragungen zufolge erhielt der Ex-Boxer am Sonntag 38 bis 40 Prozent der abgegebenen Stimmen, verfehlte aber die absolute Mehrheit. Sein Gegner für die Stichwahl am 15. November stand abends noch nicht fest, mehrere Bewerber lagen fast gleichauf. Im Mai 2014 hatte der 42-jährige Klitschko im dritten Anlauf bei vorgezogenen Wahlen mit 56,7 Prozent gewonnen.

Offizielle Ergebnisse der ukrainischen Kommunalwahlen werden jedoch erst in der kommenden Woche erwartet. In der strategisch wichtigen Stadt Mariupol im Osten des Landes wurde die Wahl wegen Problemen mit der Verteilung der Stimmzettel abgesagt. Die Kommunalwahlen gelten als wichtiger Stimmungstest für die Koalition des Präsidenten Petro Poroschenko.

Wahlbeteiligung unter 50 Prozent

Die Beteiligung an den Kommunalwahlen in der Ex-Sowjetrepublik lag niedrig. Mit rund 13,8 Millionen Menschen haben nur weniger als die Hälfte der Berechtigten abgestimmt. Die Wahlbeteiligung am Sonntag lag landesweit bei 46,6 Prozent, wie die Wahlkommission am Montag in Kiew mitteilte. Bereits 2010 war die Wahlbeteiligung unter 50 Prozent gelegen, nach 59 Prozent 2006.

In Kiew, wo Ex-Boxer Vitali Klitschko aller Voraussicht nach in einem zweiten Wahlgang um das Bürgermeisteramt kämpfen muss, beteiligten sich 42 Prozent. In der Westukraine gingen mit mehr als 50 Prozent die meisten Menschen zu den Urnen. In den von Regierungstruppen kontrollierten Teilen der Konfliktgebiete Donezk und Luhansk war die Teilnahme mit 31,7 und 35,3 am geringsten. In den Städten Mariupol und Krasnoarmiisk fiel die Wahl ganz aus, weil keine Stimmzettel vorhanden waren.

Insgesamt bewarben sich 142 Parteien und mehr als 210 000 Kandidaten um lokale Mandate. Nicht gewählt wurde auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim und in den Separatistengebieten im Osten. (red, APA, 25.10.2015)

  • Der bisherige Bürgermeister von Kiew Vitali Klitschko, könnte auch der kommende Bürgermeister von Kiew sein. Aber zuvor muss er noch eine Stichwahl am 15. November gewinnen.
    foto: epa/sergey dolzhenko

    Der bisherige Bürgermeister von Kiew Vitali Klitschko, könnte auch der kommende Bürgermeister von Kiew sein. Aber zuvor muss er noch eine Stichwahl am 15. November gewinnen.

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