Wie die Emojis auf das Smartphone kommen

25. Oktober 2015, 14:54
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Unicode Consortium für alle Neuzugänge verantwortlich – Im Mai wird wieder abgestimmt

Organisationen, die im Namen den Begriff "Konsortium" führen, haben mit Populärkultur gemeinhin wenig am Hut. So galt dies auch über viele Jahre für das Unicode Consortium. In aller Ruhe widmete man sich seit den Achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts der Standardisierung von Zeichensätzen, damit Computer fehlerfrei miteinander kommunizieren können. Doch mit all der beschaulichen Ruhe ist es mittlerweile vorbei. Ist das Unicode Consortium doch auch für einheitliche Definition von Emojis zuständig- Und damit ist das Konsortium plötzlich auch in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt.

Komplizierter Prozess

Wer meint, dass solch ein Emoji-Auswahl eine einfacher Prozess ist, der irrt gewaltig, wie die New York Times in einem aktuellen Artikel berichtet. Monate an Diskussionen gehen einer offiziellen Absegnung voran. So stehen etwa derzeit 67 unterschiedliche Symbole zur Wahl – vom Speck über die Avocado bis zu einem Bräutigam im Anzug – und es ist längst nicht sicher, dass auch alle aufgenommen werden.

Relevanz

Denn all diese Entscheidungen haben mittlerweile längst auch gesellschaftspolitische Relevanz. So hatte der Umstand, dass Gesichter zunächst nur mit weißen Hauttönen repräsentiert wurden, für einige Kritik gesorgt. Vor einigen Monaten hat man dann mit einem Update für mehr Diversität gesorgt.

Umstrittene Wahl

Aber auch die aktuell diskutierten Emojis sorgen wieder für Diskussionsstoff. Befindet sich darunter doch ein Symbol für ein Gewehr. Dagegen mobilisieren wiederum Organisationen, die sich gegen Waffen stark machen. Befürworter argumentieren hingegen, dass das betreffende Emoji gemeinsam mit Symbolen für andere Sportarten aufgenommen werden sollen, hier mit Schießen eine auszulassen, wäre seltsam.

Faktoren

Für die Aufnahme in den offiziell Unicode-Standard sind generell mehrere Faktoren entscheidend, allen voran die Frage, wie gebräuchlich das beschriebene Symbol ist. Zudem sind aber natürlich alle Emojis verboten, die etwaige Markenrechte von Unternehmen betreffen könnten.

Abwarten

Welche von den aktuellen Vorschlägen schließlich im Unicode-Standard landen, soll im Rahmen eines Treffens kommenden Mai entschieden werden. Dies bedeutet natürlich nicht, dass sie dann umgehend für alle verfügbar sein werden. Müssen doch die diversen Softwareanbieter auch noch ihre Betriebssysteme und Programme entsprechend anpassen – und dies kann durchaus einige Monate dauern. So hat etwa Apple gerade erst mit iOS 9.1 150 neue Emojis hinzugefügt, die zum Teil schon seit längerem im Unicode-Standard enthalten waren. Das öffentliche Interesse scheint diesen Prozess aber im Vergleich zu früheren Jahren erheblich beschleunigt zu haben. (red, 25.10.2015)

  • Emojis sind ein fixer Bestandteil des Smartphone-Alltags
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    Emojis sind ein fixer Bestandteil des Smartphone-Alltags

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