Chinas Antikorruptionsbehörde ermittelt im Finanzsektor

24. Oktober 2015, 14:35
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Zahlreiche staatliche Einrichtungen in Visier

Peking – In China weiten die Behörden ihre Ermittlungen zur Korruptionsbekämpfung auf den Finanzsektor aus. Wie der Antikorruptionsausschuss der Kommunistischen Partei in Peking am Freitagabend mitteilte, sind davon unter anderem die Zentralbank und mehrere Regulierungsbehörden betroffen.

Laut einer ins Internet gestellten Liste soll auch gegen den Staatsfonds China Investment Corp (CIC) sowie gegen die staatlich kontrollierten Handelsbanken ICBC und Bank of China ermittelt werden.

Ebenfalls im Visier der Ermittler sind demnach die größten chinesischen Versicherungsgesellschaften, Börsianer in Shanghai und Shenzhen sowie die Muttergesellschaft des staatlichen Finanzunternehmens Citic Securities.

Unter Druck

Die Finanzinstitute stehen nach einem schweren Debakel an den Börsen stark unter Druck. Nach einem Höhenflug um 150 Prozent in einem Jahr waren die Börsen in Shanghai und Shenzhen ab Jänner spektakulär um fast 40 Prozent eingebrochen – trotz kräftiger Stützungsmaßnahmen der Regierung einschließlich massiver Aktienkäufe durch öffentliche Einrichtungen.

Auf der Suche nach Schuldigen für die Börsenturbulenzen hatten die Behörden Ende August ein führendes Mitglied der Börsenaufsicht CSRC festgenommen. Auch vier Manager von Citic Securities wurden wegen Vergehen im Zusammenhang mit Börsengeschäften festgesetzt. Mitte September wurde bekannt, dass die Polizei gegen Spitzenpersonal von Citic Securities unter anderem wegen Insiderhandel ermittelt. (APA, 24.10.2015)

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