Südkoreaner reisen zu weiterem Familientreffen im Norden

24. Oktober 2015, 08:54
3 Postings

Gruppe von 250 Bürgern dürfen ihre Verwandten sehen

Seoul – Nach einem ersten Familientreffen ist am Samstag eine zweite Gruppe von 250 Südkoreanern nach Nordkorea gereist, um ihre Verwandten zu treffen. Die zumeist älteren Menschen überquerten die Grenze mit Geschenken für ihre Angehörigen, die sie zuletzt vor der Teilung Koreas im Zuge des Krieges von 1950 bis 1953 gesehen hatten.

Die Reise erfolgte, nachdem am Donnerstag eine erste Gruppe von Familien ein dreitägiges Treffen beendet hatte. Bei der Begegnung hatten sich 400 Südkoreaner mit hundert Verwandten aus Nordkorea getroffen.

65.000 auf Warteliste

Das Treffen war auf sechs Begegnungen von jeweils zwei Stunden begrenzt – viel zu kurz für die Angehörigen, die sich seit sechs Jahrzehnten nicht mehr gesehen hatten. Besonders für die älteren Teilnehmer war der Abschied schmerzvoll, da praktisch klar ist, dass sie ihre Verwandten nie mehr werden sehen können. Mehr als 65.000 Menschen stehen auf der Warteliste für die seltenen Treffen, die seit dem Jahr 2000 in unregelmäßigen Abständen stattfinden und wegen der politischen Spannungen zwischen Norden und Süden zuletzt über Jahre ausgesetzt waren.

Während des Korea-Kriegs waren Millionen Menschen vertrieben und zahllose Familien auseinandergerissen worden. Bis heute haben Zehntausende Menschen ihre nächsten Verwandten nicht wiedersehen können, auch ein direkter Kontakt per Telefon oder Post ist nicht möglich. Seit dem ersten offiziellen Familientreffen im Jahr 2000 gibt es stets weit mehr Anfragen für die Treffen, als Teilnehmer zugelassen werden. Nach einer langen Pause vereinbarten Pjöngjang und Seoul im August im Zuge einer Initiative zur Entspannung ihres Verhältnisses, die Treffen wieder aufzunehmen. (APA, 24.10.2015)

Share if you care.