Bitte einen Bürgerkrieg!

24. Oktober 2015, 09:13
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Nicht so faul! Wie sollte Strache sonst irgendwann Bürgermeister oder Kanzler werden?

Irmgard Griss will angeblich als unabhängige Kandidatin antreten – falls sich genügend Unterstützer und Geld finden, fasste der "Kurier" Mittwoch den Trubel um die Höchstrichterin mit höheren Ambitionen zusammen. Zumindest ein Unterstützer hat sich am selben Tag geoutet und damit ihr Dilemma deutlich gemacht: Man kann sich die Unterstützer nicht aussuchen. Total emotional, also ausschließlich vom Gefühl, vom Herzen diktiert, schreibe ich Ihnen heute ohne zu zögern: Ja, Sie wären meine Bundespräsidentin, machte Michael Jeannée in der "Krone" total emotional aus seinem Herzen keine Mördergrube. Schließlich konnte er gute Gründe für sein vom Herzen diktiertes Gefühl anführen: Denn Sie sind "eine Dame".

Das ist zwar keine der verfassungsrechtlichen Voraussetzungen für den Job des Staatsoberhauptes, aber der Seinszustand Dame allein ersetzt solche für den Autor bequem, ist die Dame doch für mich das von der schwachsinnigen Zeitgeist-Genderei noch nicht vereinnahmte bzw. angepatzte Prädikat für eine kultivierte, aparte, gebildete, gewinnende, charmante, eloquente, gepflegte und stets perfekt gekleidete Frau ohne Attitüden und Koketterie. Ob sich Frau Griss in der ihr zugedachten Rolle als ein von der schwachsinnigen Zeitgeist-Genderei noch nicht vereinnahmtes bzw. angepatztes Prädikat wiedererkennt, ist nicht bekannt, eine gewisse Koketterie im Hinblick auf einen Einzug in die Hofburg ist ihr hingegen nicht abzusprechen, was Jeannées geistreiche Personsbeschreibung ein wenig relativiert.

Obwohl schon jetzt klar ist, dass kein anderer Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten auch nur annähernd an die von ihm aufgezählten Qualitäten des Prädikats herankommen wird, ja sich schon wegen möglicherweise vorhandener politischer Erfahrungen eher als dumpfes Subjekt von Jeannées Ideal entfernen muss, ist die Moral aus seinem Lobgesang enttäuschend. Statt sich als Ritter für die Dame seines Herzens mannhaft in die Bresche zu werfen und meiner Bundespräsidentin den Weg über die politischen Leichen ihrer Mitbewerber in die Hofburg zu bahnen, speist er sie mit der kulinarischen Phrase ab, sie wäre zwar in der Hofburg nach meinem Gusto, aber politisch todgeweiht. Weiß er doch, dass Sie als "unabhängige und von keiner Partei nominierte Kandidatin" nicht die leiseste Chance haben in unserem ausgekochten Seilschaften-Österreich, leider. Da war die Verabschiedung des Prädikats mit einem Küss die Hand nur ein geringer Trost.

Was unser ausgekochtes Seilschaften-Österreich angeht, trifft sich Jeannée mit anderen Verehrern der Dame. Die waren in ihrem Zentralorgan "Zur Zeit" allerdings noch dabei, das öffentliche Triumphgeschrei über das Wiener Wahlergebnis der Frustration darüber anzupassen, dass ihr Capo doch nicht, wie angekündigt, Bürgermeister wurde. In gleich zwei Artikeln rechnet Andreas Mölzer mit einer völlig verantwortungslosen Wählerschaft schonungslos ab. Haben zwei Drittel der Wähler noch immer nicht begriffen, was auf sie zukommt? Offenbar nicht! Woran das liegt? Klar – der Österreicher ist ein strukturkonservativer Wähler mit einem starken Hang zum Opportunismus, nach dem Motto: "Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst". Man glaubt, sich schon irgendwie durchwurschteln zu können, irgendwann aber ist der Spaß zu Ende und der Herr Karl muss den Offenbarungseid leisten.

Die Apokalypse ist nahe, und das opportunistische Volk hört nicht darauf, was Mölzer – hier im Auszug – zu sagen hat. Erst wenn unser Sozialsystem, die Krankenversorgung, das Pensionssystem und all das zusammengebrochen sein wird, ... erst wenn in den muslimischen Parallelgesellschaften Bürgerkrieg zwischen Sunniten und Schiiten, zwischen Kurden und Türken, zwischen Indern und Pakistani toben wird, erst wenn Frauen, Kinder und Alte nirgendwo auf die Straße gehen können ... erst dann wird die Mehrheit der Österreicher wirklich aufwachen – aber dann wird es zu spät sein.

Schon um die Mehrheit der Österreicher wirklich aufwachen zu lassen, sollten Sunniten und Schiiten, Kurden und Türken, Inder und Pakistani endlich mit dem Bürgerkrieg in ihren Parallelgesellschaften loslegen. Nicht so faul! Wie sollte Strache sonst irgendwann Bürgermeister oder Kanzler werden? Der Mann kann nicht mehr ewig warten, und auf die Landsleute ist kein Verlass, weiß doch Mölzer, dass die Überzeugung der Österreicher nicht so leicht zu bewerkstelligen ist. (Günter Traxler, 24.10.2015)

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